12.2.08

OFFENER BRIEF AN MARKUS BEISICHT


Sehr geehrter Herr Beisicht,

als Vorsitzender der "Bürgerbewegung Pro NRW“ haben Sie ein Problem. Sie wollen Ihre Partei als eine scheinbar demokratische Alternative zu den "Altparteien" etablieren. Doch immer wieder zeigen sich deutliche Risse in der potjomkinschen Fassade.

So wurde der bei Ihnen gern als Gast gesehene und von Ihnen oft gepriesene Rechtsextremist Bart Debie unlängst wegen einer Gewalttat zu vier Jahren Haft verurteilt, von denen er ein Jahr im Gefängnis absitzen muss ("Eén jaar effectief voor ex-commissaris Debie (VB)“, De Morgen vom 31. Januar 2008). Debie ist, da erzähle ich Ihnen nichts Neues, Führungsmitglied Ihrer flämischen Schwesterpartei Vlaams Belang.

Zwei Ihrer alten Kameraden aus Tagen der Deutschen Liga für Volk und Heimat sitzen in deutschen Gefängnissen: wegen dreifachen Mordes respektive wegen Totschlages und Leichenschändung.

Aktuell bedroht das (mehr oder minder:) ehemalige "Pro NRW“-Vorstandsmitglied Andreas Akwara mehrere Menschen mit dem Tode, darunter auch Kinder. Das wissen Sie bereits? Gewiss, denn Akwaras Drohmails gehen Ihnen ja teilweise in Kopie zu.

Dennoch schweigen Sie, Herr Beisicht...



Sollte ich an Ihren Anstand appellieren? Das ergäbe wohl wenig Sinn. Wird in Ihren Kreisen doch wenig Aufhebens gemacht um das Wohl Ihrer Gegner. Also appelliere ich an Ihren Verstand: Glauben Sie wirklich, dass Sie heile aus dieser Affäre kommen, indem Sie selbige aussitzen? Das wird nicht funktionieren. Denn Sie haben eine Bringschuld. Schließlich haben Sie den irren Akwara bestärkt in seinen Wahn, indem Sie zuließen, dass er Vorstandsmitglied und Duisburg-Beauftragter der "Bürgerbewegung Pro NRW" wurde.

Ich fordere Sie auf: Handeln Sie – und zwar in Ihrem eigenen Interesse. Nehmen Sie Einfluss auf Akwara. Unterstützen Sie die Polizeibehörden bei deren Ermittlungen gegen Akwara. Distanzieren Sie sich von Akwaras Drohungen!

Und bitte seien Sie doch so freundlich, der Öffentlichkeit folgende Fragen zu beantworten:

  • Akwara wird auf der „Pro NRW“-Homepage noch immer als Vorstandsmitglied geführt. Warum?
  • Akwara schreibt: "Die Partei Pro NRW und wir arbeiten nun offiziel (!) nicht mehr zusammen..." Bestehen noch inoffizielle Kontakte zwischen „Pro NRW“ und Akwara?
  • Akwara behauptet ferner: "In NRW fördern wir derweil die Partei Pro NRW..." Halten Sie die Unterstützung eines Mannes für angemessen, der Journalisten und Kinder massiv bedroht? Falls nicht: Gehen Sie juristisch gegen diese Behauptung Akwaras vor?
Ich freue mich auf Ihre Antwort, die Sie bitte auf der Webseite www.pro-nrw.org veröffentlichen mögen. Besten Dank für Ihre Mühe!

Freundlicher Gruß

demokrat4711

Labels: , , , , , , ,

13.11.07

ÄRGER WEGEN STRAßBURGER TREFFEN: "PRO"-BEWEGUNG SCHWEIGT



Das
Straßburger Treffen europäischer Rechtsdraußenparteien vom 25. September schlägt hohe Wellen. Diesmal im Osten der Republik: Der Leipziger Honorarprofessor Michael Vogt, der an der Zusammenkunft teilgenommen haben soll, hat mächtig Ärger. Das berichtet SPIEGEL ONLINE. Vogt musste alle seine Seminare absagen. Kritiker fordern, dass er nicht mehr lehren dürfe. Vogt bestreitet seine Teilnahme. Und behauptet, "rassistisches, antisemitisches oder nazistisches Gedankengut prinzipiell abzulehnen".

An dem Treffen, das Vogt nun den Job kosten könnte, haben mehrere deutsche Parteien teilgenommen: neben NPD, DVU und "Republikanern" auch Vertreter von "Pro NRW" (konkret: Markus Beisicht und Markus Wiener). Das Treffen stieß selbst in der Rechts-Postille JUNGE FREIHEIT auf massive Kritik – wegen der "Beteiligung von NPD und DVU". Denn die NPD sehe sich "in der Tradition des Nationalsozialismus und des Dritten Reiches". Auch der stellvertretende "Republikaner"-Boss Johann Gärtner betont heute:

Ich war geschockt, auf Leute wie Udo Voigt und Holger Apfel von der NPD zu treffen. Mit denen wollen wir nichts zu tun haben.

Immer mehr
(halbgare) Distanzierungen vom Straßburger Treffen: Nur "Pro NRW" schweigt bis dato. Kein Wunder, fühlte sich die "PRO"-Bewegung doch massiv aufgewertet durch ihre Teilnahme.

Quelle: www.npd.de

Der Fairness halber wollen wir aber feststellen: Nicht nur die Vertreter von NPD, DVU und "Pro NRW", nein, auch diejenigen der "Republikaner" unterschrieben seinerzeit einhellig die Erklärung "Gemeinsam für ein Europa der Vaterländer". Und Harald Neubauer, einst Biedermannis und Beisichts Idol, berichtet, dass in Straßburg eine "ebenso sachliche wie freimütige Aussprache über Situation und Zukunftschancen der deutschen Rechten" stattgefunden habe. So weit zum Schock der "Republikaner"...

Die deutschen Rechtsdraußenparteien – bei aller Konkurrenz sind sie dann doch vor allem Eines: Fleisch vom selben Fleische.


Labels: , , , , , , , , , , , , , , , ,

24.10.07

GOSSENJOURNALISMUS?

Biedermanni tobt [1] wegen eines fundiert-kritischen Hintergrundberichts [2] im STADTANZEIGER. Und die "Pro NRW"-Vorstände Kevin Gareth Hauer und Judith Wolter werden am 4. November [3] zusammen mit dem ehemaligen Vorsitzenden des Arbeitskreises 'Wirtschaft und Soziales' beim NPD-Parteivorstands
[4] Rüdiger Schrembs auf einer Anhörung in Gelsenkirchen sprechen. Ex-NPD-Spitzenkader Schrembs ist übrigens heute "Pro München"-Boss [5].


Labels: , , , , , , ,

12.10.07

"PRO"-SCHWESTERPARTEI UND DOPPELMORD

Aus dem Umfeld selbst ernannter "Populisten" von ganz rechts gegen immer wieder Mörder hervor. Wie in Köln, so in Antwerpen

In Antwerpen ist ein Doppelmörder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Tat hat nach Einschätzung der Richter einen klar rassistischen Hintergrund. Was der Täter nicht leugnet.
Und:

Der geständige Todesschütze ist in einem rechtsradikalen Umfeld aufgewachsen. Seine Tante Frieda Van Themsche sitzt für den Vlaams Belang im belgischen Parlament. Sein Vater gehört zu den ersten Mitgliedern der Partei, die bis 2004 unter dem Namen Vlaams Blok firmierte.

Was hat das mit uns zu tun? Nun, der Vlaams Belang ist die belgische Schwesterpartei der "Pro"-Bewegung. "Pro NRW"-Vorsitzender Markus Beisicht hält die Vlaams-Belang-Hochburg Antwerpen gar für die "schönste Stadt Europas". Was scheren ihn da zwei Morde, begangen von einem Täter aus dem Vlaams-Belang-Milieu? In Belgien hingegen hatte der Doppelmord eine heftige Debatte über eine Mitverantwortung des Vlaams Belang ausgelöst:

Von Schande und Scham sprechen die flämischen Zeitungskommentatoren in seltener Eintracht und verweisen auf die Aufrufe zum Rassenhass, die vom „Vlaams Belang“ seit langem ausgehen. Auch sonst haben Mitglieder der Partei bereits ihr eher laxes Verhältnis zur Gewalt bewiesen.

Wie ihre Kölner Freunde spielen die belgischen Rechtsdraußen die verfolgte Unschuld:

Vorstandsmitglieder der Partei, die bei der Kommunalwahl in Antwerpen 1999 mit einem Drittel der Stimmen stärkste Kraft wurde, wiesen jede Verbindung mit der Tat von sich. "Der Vlaams Belang ist hierfür weder moralisch noch politisch verantwortlich", sagte Parteichef Frank Vanhecke der Zeitung "De Standaard". Kommentatoren, liberale Politiker und Muslime warfen der Partei hingegen vor, den Nährboden für rassistische Gewalt bereitet zu haben. ... Vor allem ziehen die Vlaams-Politiker in ihren Reden und Pamphleten immer wieder gegen Ausländer zu Felde.

Immer wieder gegen Ausländer: das kommt Ihnen bekannt vor? Aus Köln, aus NRW, aus Deutschland? Doch zurück nach Belgien. Kurz vor dem Doppelmord forderte...

... der bekennende Rechtsextremist Paul Belien, die Belgier zu bewaffnen, um sich gegen Ausländer, „diese Raubtiere, die Messer tragen, zur Wehr zu setzen“. Belien ist Ehemann und Mitarbeiter einer Abgeordneten des Vlaams Belang, der rassistischen Partei flämischer Separatisten, die in Antwerpen bei einem Stimmanteil von über 30 Prozent liegt.

30 Prozent der Stimmen wird die "Pro"-Bewegung bei uns nie erringen. Aus gegebenem Anlass sei allerdings daran erinnert, dass auch aus der "Pro Köln"-Vorläufer-Partei DLVH ein
Mörder sowie ein Totschläger und Leichenschänder hervorgingen.

Labels: , , , , , , , , , ,

4.10.07

LUSTREISE NACH ANTWERPEN

Warum hat die "Pro"-Bewegung eigentlich eine solch starke Abneigung gegen Muslime? Weil die nicht saufen wie die Tiere - im Gegensatz zu den "Pro"pulisten. Rekonstruktion einer "Lern"-Tour in "die schönste Stadt Europas"

Charlie kommt schwer in's Schwitzen, ist aber nicht aus der Ruhe zu bringen. Der Wirt des Leeuw Van Vlaanderen leistet echte Schwerstarbeit. Der Zapfhahn droht heiß zu laufen. Nur gut, dass Charlie, Ex-Boss der Kneipen Sus Antigoon und Hill Diar, sein Handwerk gelernt hat.



Wir schreiben den 31. August 2007. Rund ein Dutzend "Pro Köln"- und "Pro NRW"-Mitglieder sind nach Antwerpen gereist, um, so Markus Beisicht, "in der schönsten Stadt Europas" zu "lernen". "Lernen", wie man "mit patriotischen Ideen Mehrheiten gewinnen" könne. "Lernen" vom Vlaams Belang, der Schwesterpartei, die im Gemeenteraad der flämischen Metropole zwanzig von 54 Ratsmitgliedern stellt. "Lernen" - so kann man eine Sauftour natürlich auch nennen...



Schon zum Empfang der "Pro"-Delegation wird Bier und Sekt kredenzt. Nicht nur "Pro NRW"-Vize Markus Wiener langt kräftig zu.



Lediglich Rats"dame" Regina Wilden betrachtet das feucht-fröhliche Treiben mit skeptischem Blick. Die Hausfrau, die den weltlichen Genüssen eher abhold ist, umfasst verkrampft ein Buch. Das will und wird sie später Vlaams-Belang-Spitzenmann Filip Dewinter überreichen.



Doch bevor es so weit ist und bevor die Party richtig los geht, wird geredet. Geredet. Geredet! "Pro NRW"-Vorsitzender Markus Beisicht spricht von "einem großen Tag", beschwört die Freundschaft der europäischen Rechtsdraußenparteien und betont: "Wir vertreten das anständige Europa!" Wie gewohnt verhaspelt der langjährige Rechtsextremist sich in seinen bei Freund und Feind gefürchteten Schachtelsätzen.



Das anständige Europa, vertreten durch Rechtsdraußen? Vlaams Belang-Redner Bart Debie setzt noch Einen drunter in Sachen Geschmacklosigkeit: Der verurteilte Ex-Prügelpolizist belobigt das "gute belgische Bier". Nein, beim deutsch-flämischen Patriotentreffen ist man wirklich vor nix fies.



Anlässlich einer "alternativen Stadtführung" regen sich die Alkoholfreunde und Islamfeinde mächtig auf: über einen Döner-Imbiss, zwei Kopftuch tragende Frauen, einen Müllhaufen auf dem Bordstein. Was der guten Stimmung überraschenderweise keinen nachhaltigen Abbruch tut...



So eingestimmt, versacken die selbst ernannten "Populisten" aus zwei Ländern schließlich in jener Kneipe, die den Zweitnamen Beest, Tier, nicht ganz zu Unrecht trägt. Dem Leeuw Van Vlaanderen. Charlie, noch'ne Runde! Prost! Die Tassen hoch! Und los geht's von vorn...










Schließlich tritt die Delegation die Heimreise nach Nordrhein-Westfalen an. Mit einem Bus des des Reiseunternehmens Heeß aus Troisdorf, das ansonsten Urlauber nach Italien und Spanien verfrachtet und Clubreisen organisiert. Der Busfahrer dürfte also Kummer gewohnt sein, wenn auch keine Lustreisenden, die gegen Lustreisen wettern....

Ach ja, die Lustreisen. Drei Tage vor der Antwerpentour war die neue "Pro Köln"-Postille erscheinen. Themenschwerpunkt? Drei Mal dürfen Sie raten!


Labels: , , , , , , , , , , , , , , , ,

26.9.07

DA WÄCHST ZUSAMMEN, WAS ZUSAMMEN GEHÖRT

Bürger der Welt, hört den Triumpfschrei:

Am Dienstag führten Markus Beisicht und Markus Wiener für die Bürgerbewegungen pro Köln und pro NRW im Europaparlament in Straßburg intensive Gespräche mit den Spitzenfunktionären der europäischen Rechtsfraktion ITS (Identität, Tradition, Souveränität). Im Beisein des mehrmaligen französischen Präsidentschaftskandidaten Jean-Marie Le Pen sowie der Europaabgeordneten Andreas Mölzer, Frank Vanhecke, Koen Dillen, Philip Claeys und Luca Romagnoli kam man überein, die politischen Ziele der europäischen Rechtsfraktion tatkräftig unterstützen zu wollen.

Wow! Beisicht und Wiener verhandeln mit den rechtsextremen Riesen des Kontinents, sie sind ihr deutscher Ansprechpartner (nur Biedermanni schmollt in Sülz). Sie spielen gleichberechtigt mit im Konzert der gaaaaanz Großen. Klingt gut, oder? Klingt nach: Bedeutung, Macht, Anerkennung, nicht wahr? Ja, weil ein wichtiges Faktum beschwiegen wird: die Republikaner, NPD und DVU, ebenfalls deutsche Parteien, ebenfalls rechtsextrem, aber größer und stärker als die "Pro"-Bewegung, waren "auch" mit von der Partie.

Die "Pro"-Kader fallen also unter die Kategorie "ferner liefen". Zumal ihr unlängst bejubelter Neuzugang
Dr. Björn Clemens offenbar nicht mehr Teil der "Pro"-Bewegung ist; er unterschrieb eine "gemeinsame Gruppenerklärung" jedenfalls als Privatperson. Lichten sich die "Pro"-Reihen bereits jetzt?

Ach ja, ebenfalls vor Ort: die Nazirocker-, NPD-Führer- und Hooligan-Anwältin Gisela Pahl. Sie leitet das Deutsche Rechtsbüro, dessen prominentestes Mitglied der Alt-Nazi Jürgen Rieger ist. Zu Konflikten zwischen den "Pro"-Demokraten und den Janz-weit-rechtsdraußen-Kameraden kam es offenbar nicht. Jedenfalls wird davon nicht berichtet.



Labels: , , , , , , , , , , , ,

5.7.07

DIE WELT SCHAUT AUF "PRO COLOGNE"

In seinem Bestreben, die Noch-Domstadt Köln in der Wahrnehmung der Menschheit als "die Moscheestadt" zu etablieren, hat Biedermanni einen weiteren Etappensieg errungen. Jetzt berichtet schon die NEW YORK TIMES über den von Biedermanni angeheizten Moscheebau-Konflikt. Was schreibt das Blatt? Unter anderem das:

Wie vorherzusehen war, hat eine extrem rechte lokale Partei eine lärmende, fremdenfeindliche Protestkampagne geführt, wobei sie Unterstützung von ihren weit rechts stehenden Verbündeten in Österreich und Belgien zusammen trommelte. ... Am 16. Juni moblisierte Pro Cologne 200 Menschen zu einer Protestkundgebung gegen die Moschee.

Zweihundertsieben, um exakt zu sein. Doch weiter im Text:

Manfred Rouhs, ein Führer von Pro Cologne, sagte, die Moschee würde die Entwicklung von muslimischen Parallelgesellschaften verfestigen und zur Unterdrückung von Frauen ermutigen, von der er sagte, sie sei im Islam eingebettet. "Das ist kein gesellschaftliches Modell, das irgendeinen Platz hat in der Mitte Europas."


Endlich ist die silence helix durchbrochen! Seht, wie stolz er schaut, der Manni, unser Moscheestadtmacher:



Bleibt nur noch ein Problem: Jetzt hat er endgültig verschissen bei seinen alten Kameraden. Schließlich hat er der "jüdischen" NYT Rede und Antwort gestanden ...



Quelle: Germans Split Over a Mosque and the Role of Islam, nachzulesen hier und hier.

Labels: , , , , , , , , , , ,

22.6.07

KORREKTUR: VILIMSKY IST NICHT DILLEN

Im Posting DER AUFMARSCH DER 207 vom letzten Samstag ist mir ein durchaus peinlicher Fehler unterlaufen. Ich verwechselte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky mit dem Vlaams-Belang-Politiker Koen Dillen. So sah der Fehler im Original aus:



Ich korrigiere mich: Nein, das Bild zeigt nicht Dillen, sondern Vilimsky. An seiner Seite: die Nationalrats-Abgeordnete und Vilimsky-Parteifreundin Dagmar Belakowitsch-Jenewein.

Zwar lässt sich, ähm, eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den beiden Herren nicht bestreiten, wie die folgenden Fotos belegen:



Indes: Wirklich zwingend notwendig war die Verwechselung wohl nicht. Ich bitte die Leserinnen und Leser um Entschuldigung für diesen Fehler.

Ihr demokrat4711

Labels: , , , , , , ,

16.6.07

DER AUFMARSCH DER 207

Biedermanni verliert präsentiert: weitere Bilder von der heutigen "Pro Köln"-Demonstration "gegen Islamismus und Großmoschee". Sie zeigen sehr kahle Demonstrations-"Ordner". Und sie belegen: der LKW wurde bei einem politischen Gegner gemietet, den Biedermanni sonst als korrupt bezeichnet...



Der gesamte "Pro Köln"-Aufzug: Nach Polizeiangaben 150, nach meiner Zählung 207 und nach Biedermannis "Rechnung" 601 Demonstranten


"Pro Köln"-Vorsitzender Markus Beisicht kurz vor Beginn des Aufmarsches, rechts daneben: Rats"dame" Regina Wilden




Der "Pro Köln"-Demonstrations-LKW...




... wurde bei bei der Firma "Kölner Flitzer" gemietet. Deren Geschäftsführer Ralph Sterck ist Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion. Unter der Überschrift "Tango Korrupti" schreibt Biedermanni:




Koen Dillen, Europa-Abgeordneter der rechtsextremen Partei "Vlaams Belang", auf dem Weg zum "Pro Köln"-Aufmarsch [Korrektur vom 22.6.: Nein, das Bild zeigt nicht Dillen, sondern die FPÖ-Politiker Harald Vilimsky sowie Dagmar Belakowitsch-Jenewein. Mehr dazu: hier]



Biedermannis Demonstranten



Dito!


Einige "Ordner" der "Pro Köln"-Demonstration



Bernd "Bernibär" Schöppe (hellgrünes Sakko) im Kreise kahler Mit-"Ordner"



Chaoten? "Ordner"!



Rats"dame" Regina Wilden (heute friedlich)



Besten Dank an L#####@gmx.net für die freundliche Unterstützung!

Labels: , , , , , , , , , , , ,

15.6.07

ULTRARECHTE NICHT AUSGELADEN

Solche Bilder will Biedermann nicht noch einmal sehen: NPD-Demonstranten sollen ihre Parteischilder gefälligst zu Hause lassen, wenn sie "Pro Köln"-Demos besuchen

Wenn gar nichts mehr geht, dann stellt sich der Täter vor Gericht als Opfer dar, als verfolgte Unschuld: "Sehr verehrter, lieber, bester Herr Richter! Ich bin nicht verantwortlich für meine Taten. Schuld sind die Gesellschaft, meine große Schwester, finstere Mächte und das Milieu, in dem ich aufwuchs. Bitte, bitte Freispruch!"

"Pro Köln"-Vorsitzender Markus Beisicht ist Jurist. Er weiß: selbst einen milden Richter kann man so selten vollständig überzeugen. Aber, so glaubt Beisicht offenbar, die blöden Bürger kann man vielleicht mit dieser Masche über's Ohr hauen. Jetzt jedenfalls stellt "Pro Köln" sich als ein Opfer dar:



Huch! "Pro Köln" im Zangengriff von Links- und Rechtsextremisten? Ist das so? Eher nicht. Auffällig ist jedenfalls: Die NPDler werden nicht als politischer Feind wahrgenommen, sondern als Konkurrent. Sie sollen doch bittesehr ihre Parteisymbole zu Hause lassen. Ansonsten wäre wohl alles okay. Und: eine Ausladung wird nun auch nicht ausgesprochen. Sie werden also kommen. Und Biedermanni Ärger bereiten. Das Fiasko rückt näher!

Und Biedermanni (oder sein Nachfolger!) wird uns einen Sündenbock präsentieren: Die NPD, die er in der Vergangenheit mehr als einmal willkommen hieß auf seinen Aufmärschen. "Bitte, bitte, Herr Richter, liebe Bürgerinnen und Bürger! Schuld ist die NPD!"


Keineswegs ausgeladen werden ferner die beiden Gastredner: Bart Debie, der vom Dienst suspendierte und zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilte Prügelpolizist. Und HC Strache, dem laut Oberlandesgericht Wien "eine Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut" nachgesagt werden darf.

Bis dato nicht ausgeladen wurden auch jene
Stiefelfaschisten, die zum "Pro Köln"-Aufmarsch anrücken wolllen. "Herr Richter, ich war's nicht! Ich habe die nicht eingeladen! Ehrlich!"

Vor einiger Zeit scherzte ich, Biedermanni werde demnächst wohl ein Leumundszeugnis seiner Mutti präsentieren ("Der Manni und Nazis? So'n Quatsch! Mein Manni ist ein gaaanz Lieber."). Jetzt ist die Realität meiner Polemik auf die Pelle gerückt: Biedermanni lässt sich von einem anderen Rechtsdraußen "bestätigen", bei "Pro Köln" handele es sich um, so wörtlich, "lupenreine Demokraten".

Biedermannis Lobredner
ist Österreicher. Er weiß wohl nicht, dass der Begriff "lupenreiner Demokrat" in Deutschland nurmehr ironisch genutzt wird. Siehe auch den Länderbericht "Russische Föderation" von amnesty international.

Labels: , , , , , , , , , , ,

BYE-BYE, BIEDERMANNI!

Könnte sein: Samstag fällt sein letzter Vorhang. Könnte sein: niemand klatscht

Er schien sein Lebens-Thema gefunden zu haben. Endlich: Nach all den Jahren voller Irrungen und Wirrungen [1]! Doch am Samstag verschießt Biedermanni Rouhs die letzte Kugel seines Revolvers. Denn: Was soll nach dem gescheiterten Bürgerbegehren [2], dem von vielen als peinlich empfundenen Aktionen auf der Bürger-Anhörung [3] und, schlußendlich, dem sich abzeichnenden Schweigemarsch-Fiasko am Samstag noch kommen? Etwa "Plätzchenbacken gegen die Großmoschee"? Falls ja: das kann Regina Wilden [4] besser.

***

Zur Erinnerung: Biedermanni, der Größttöner, der mittlerweile bundes-, ja europaweit für seinen Aufmarsch wirbt, hat bei der Polizei 200 Teilnehmer angekündigt [5]. In Worten: zweihundert. Biedermannis Kampf gegen die "Großmoschee" ist, so darf man nüchtern feststellen, gescheitert. Und Biedermanni hat nur Eines erreicht: Wer heute Kritik an dem Moschee-Projekt äußert, und sei sie auch plausibel, der wird in die Schmuddelecke gestellt. Wo Biedermanni schon auf ihn wartet.

***



Frage: Besitzt Biedermanni noch einen Funken Ehre, einen letzten Rest an Selbstachtung? Falls ja, so wird er am Samstag Nachmittag seinen Rückzug aus der "Politik" erklären, sein Ratsmandat niederlegen. Unmittelbar nach dem (Ab-)Marsch. Und dann? Mein Rat an Biedermanni lautet: Ich würde es an seiner Stelle mal mit ehrlicher Arbeit probieren. Auch wenn das eine Premiere für ihn wäre [6]...


***


Biedermannis Abgang könnte schmählich ausfallen: Verhöhnt werden wird Biedermanni von tausenden Kölnerinnen und Kölnern. Die Gewerkschaften mobilisieren [7]. Schüler und Studenten werden auf die Straße gehen [8]. (Gewiss: es werden vereinzelt auch ein paar Gestalten gegen Biedermanni demonstrieren, in deren Nähe man lieber nicht gesehen werden möchte. Das wird jedoch die wenigsten Bürger daran hindern, ihren demokratischen Pflichten nachzukommen.)
Verhöhnt werden wird Biedermanni aber auch von den Delegationen seiner Möchtegern-Schwesterparteien FPÖ (Österreich) [9] und Vlaams Belang (Belgien) [10]. Von den mitmarschierenden Stiefelnazis [11] sowieso. Die mögen nämlich keine Weicheier.

***


Übrigens, die "Pro Köln"-Kameraden rechnen Biedermannis Beitrag zum Parteiaufbau mittlerweile klein (ohne Not?). Aus einem Interview [12] mit dem "Pro Köln"-Vorsitzenden Markus Beisicht:

Welche Rolle spielte der pro Köln Fraktionsgeschäftsführer Manfred Rouhs bei der pro Köln Gründung?

Beisicht: Am Anfang lediglich eine rudimentäre. Er leistete aber später als Schatzmeister wertvolle Dienste bei der Finanzierung des Kommunalwahlkampfes im Jahre 2004. Darüber hinaus unterstützt er erfolgreich die Arbeit der Ratsfraktion als deren Geschäftsführer.

***

Ehrliche Arbeit? Das schadet im Zweifelsfall nix, Biedermanni! Alle weiteren Infos erhalten Sie bei der Arbeitsagentur Ihrer Wahl.



Labels: , , , , , , , , , , , , , , , ,

14.6.07

200 TEILNEHMER ANGEKÜNDIGT

Der letzte Trumpf muss endlich stechen...

Biedermanni Rouhs lehnt sich vor seiner samstäglichen Demonstration schwer aus dem Fenster:
"Köln macht mobil gegen Gorßmoschee und Islamismus", verkündet er. Er erwartet, so sagt er, mehrere Busladungen mit Demonstranten des Vlaams Belang aus Belgien. Erst gestern hat er "10.000 Demo-Flugblätter in Ehrenfeld" verteilen lassen.

Er weiß, dass
NPD und Stiefelfaschisten dazu aufrufen, sich an der "Pro Köln"-Demonstration am Samstag zu beteiligen. Und natürlich behauptet er, das Sprachrohr der schweigenden Mehrheit (=80 Prozent der Bürger) zu sein.

Hört sich nach einer verdammt großen Demo an! Glaubt Biedermanni eigentlich seiner eigenen Propaganda? Nö! Die RHEINISCHE POST berichtet jedenfalls: "Bei der Polizei hat 'pro Köln' rund 200 Teilnehmer angemeldet."

Labels: , , , , , , , ,

11.6.07

20 Prozent? Drei Prozent!

Haben Sie's gelesen? Biedermanni frohlockt heute:



Ach ja, die Parlaments-Wahlen in Belgien. Und Biedermannis Sehnsuchtspartei, die Rechtsdraußen vom "Vlaams Belang", errangen also 20 Prozent aller Stimmen? Das suggeriert Biedermanni. Gleichwohl: Ist es nur die halbe Wahrheit. Denn nicht ein Fünftel der Belgier, sondern ein Fünftel der Flamen stehen hinter dem Vlaams Belang.

Was der übliche "Pro Köln"-Fan (bekanntlich selten der Hellsten einer...) leicht überlesen dürfte. "Pro NRW"-Vorsitzender Markus Beisicht setzt noch Einen oben drauf: Er gratuliert den flämischen Kameraden zum (drunter macht er's nicht!) "fuliminanten Wahlsieg".

Nun ja: 20 Prozent der Stimmen zu erringen und zweitstärkste Partei in einem Teil des Landes zu werden: das kriegt selbst die SPD in Bayern hin. Dennoch würde niemand die Bajuwaren-Sozis als Wahlsieger feiern...

Aber: Wirklich belangreich dürfte für Biedermanni und Co. eher eine
andere Meldung sein. Eine Meldung aus dem heimischen Nordrhein-Westfalen:

Die Aufwandsentschädigung für nordrhein-westfälische Kommunalpolitiker wird ab dem 1. Juli um drei Prozent erhöht. Der Kommunalpolitische Ausschuss des Land-tags hat einem entsprechenden Vorschlag des Innenministeriums jetzt zugestimmt.

Labels: , , , , ,