21.3.08

KEIN SPITZENWERT IN DER EINZIGEN "PRO"-HOCHBURG




"Pro Köln" prahlt mit dem Erfolg der "Neumitgliederkampagne 2008":
Pro Köln konnte ... mehr als 50 Neuaufnahmen verzeichnen und kann sich demnach jetzt auf exakt 364 Mitglieder stützen!
Die Schlussfolgerung der "Rechtspopulisten":
Dies dürfte für einen Stadtverband einer nonkonformen, patriotischen Vereinigung rechts der Mitte wohl bundesweit ein Spitzenwert sein.
Ein bundesweiter Spitzenwert? Meine Gegenrechnung:

  • Bundesweit gibt es rund 40.000 organisierte Rechtsextremisten. Macht pro Million Einwohner also rund 500. Also auch in der Ein-Millionen-Stadt Köln, sofern Köln im Bundesdurchschnitt liegt.
  • 364 Mitglieder in der einzigen "Pro"-Hochburg sind also eher ein äußerst mageres Ergebnis. Wenn die Zahl denn stimmt.
  • Zumal die Konkurrenz-Parteien Republikaner und NPD in Köln eher schlecht aufgestellt sind.
"Pro Köln" fährt fort:
... eine Mitgliederzahl von 500 und mehr sollte spätestens im Kommunalwahljahr 2009 erreichbar sein!
Das wäre dann immerhin Bundesdurchschnitt.


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18.3.08

“FRIEDENSPAKT” ZWISCHEN NPD UND "PRO NRW"?

"Pro NRW"-Boss Markus Beisicht und sein ungeliebter Stellvertreter Biedermanni Rouhs: Neonazis diskutieren den Nutzen der beiden "Pro"tagonisten für die extreme Rechte

Im Neonazi-Forum Altermedia wird mal wieder über die "Pro"-Bewegung diskutiert. Konkret: über die für das "nationale Lager" kontraproduktive Konkurrenz zwischen "Pro NRW" und NPD. Motto: "Muss das sein? – NPD vs. pro Köln". Interessant sind einige Aussagen des Kommentators "Rheinländer". Der Neonazi schreibt:

Sicherlich hat (”Bieder-”)Manni Rouhs schon seit Jahren gegen die NPD geschossen. Bei Beisicht ist dieses systematische Distanzieren von der NPD erst gekommen, als die NPD-NRW versucht hat, die Pro-Bewegung [zu] attackieren.


Das ist auch meine Einschätzung. Biedermanni ist, verglichen mit Beisicht, halt der weniger unkluge Taktiker. "Rheinländer" weiter:

Die einzige vernünftige Alternative bestünde darin, daß in NRW die NPD und die Pro-Bewegungen eine Art “Friedenspakt” schließen, indem man sich nicht in die Quere kommt. Keine Hetze von Pro NRW und keine Sabotageakte von der NPD-NRW.


Nun ja, die Forderung mag aus rechtsextremer Sicht sinnvoll sein. Jetzt wird's interessant. "Rheinländer", offenbar ein Insider, fährt fort:

Aus internen Pro-Kreisen ist hören, daß z.B. Anfragen ..., ob die Pro-Bewegung zur nächsten Landtagswahl in Sachsen Schützenhilfe leisten könnte, negativ beantwortet worden sind mit dem Hinweis auf die bereits vorhandene NPD-Fraktion.

Offenbar sind sich die "Pros" einig, der NPD nicht in die Quere kommen zu wollen. Schließlich kommentiert "Rheinländer":

Markus Beisicht mag kein charakterlich toller Mensch sein, aber durch Pro Köln ist nach NRW Bewegung gekommen. Sich in den Elfenbeinturm der Radikalität zu verziehen, halte ich für keine gute Option. Die Bevölkerung von NRW muß mindestens schrittweise für Themen wie Verausländerung, Selbstbedienungsmentalität der etbalierten Politikerriege etc. pp. sensibilisiert werden.

"Pro NRW" als vermeintlich "weiche" Einstiegsdroge? Darauf setzt der harte Neonazi "Rheinländer". Kamerad "Martin", auch er offenbar gut informiert, ist da skeptischer:

Vieles wurde schon von Markus Beisicht angekündigt, was sich später als falsch erwies.
"Martin", der von sich behauptet, ein Mitarbeiter der französischen "Pro"-Kameraden des Front National zu sein, resümiert:

Was den politischen Wert von Pro Köln/Pro NRW angeht, so muss man erst einmal die Zukunft abwarten, denn im Gegensatz zur NPD hat diese Partei ausserhalb Kölns noch nichts zuwege gebracht ... Politische Instabilität à la Beisicht und Rouhs ist auf Dauer kein Garant für politischen Erfolg.


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16.3.08

BIEDERMANNI KEIN JOGGINGHOSEN-FETISCHIST?

"Manni Rouhs ... bekam immer alte Joggin-Buxen ins Büro geschickt", berichtet ein alter Bekannter des Biedermanni

Ich gebe zu: das ist keine wirklich seriöse Quelle. Aber ein Dialog in den Kommentarspalten der Nazi-Webseite altermedia entkräftet den schlimmen Verdacht, Biedermanni Rouhs sei Jogginghosen-Fetischist. Der Fairness halber soll dieser Dialog an dieser Stelle dokumentiert werden:


GenoZID :
[...]
Manni Rouhs kenne ich auch noch, der bekam immer alte Joggin-Buxen ins Büro geschickt, als er noch nen eigenen Versandt am Ring hatte. [...]


Schwarzes Schaf :

[...] Das hab ich jetzt nicht verstanden. Was hat Biedermanni Rouhs mit den getragenen Jogging-Hosen gemacht? War das so eine Art Fetisch bei ihm? [...]


GenoZID :

@Schwarzes Schaf:
Nööö, das war mehr so ein Insider ;o)
Wir haben ihm damals (aus Spaß) eine Jogging-Hose mit in eine CD-Lieferung gepackt, als Packmaterial wenn man so will.
Am Tag, als er das Paket bekam, rief er an und fragte ob nun bei uns einer nackig rumrennt, weil er ne Jogging-Bux geschickt bekommen hatte…
War damals DER Brüller :o))


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10.3.08

MORSCHE KNOCHEN ZITTERN WIEDER

Einst grölte die Hitlerjugend: "... heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt". Das Kampflied "Es zittern die morschen Knochen" beschrieb durchaus zutreffend die Konsequenzen des Nazi-Wahns:
Wir werden weiter marschieren
Wenn alles in Scherben fällt
Was hat das nun wieder mit "Pro NRW" zu tun? Nun, knapp 63 Jahre nach Kriegsende, 63 Jahre nachdem tatsächlich weite Teil der Welt in Scherben gefallen waren, variiert ein "Pro NRW"-Kader die alte Hitlerjugend-Parole.

Uwe Berger fantasiert einen "Durchmarsch der nonkonformen rechtspopulistischen Partei" herbei. Der "Pro NRW"-Multi-Funktionär beklagt, dass "unsere Kritiker nichts unversucht lassen, uns ... in die Nazi-Ecke zu treiben". Schließlich überschreibt Uwe "Profi" Berger sein wahnhaftes Kampfartikelchen mit den Worten:





Da ließe sich doch ein neues Kampflied draus stricken. Ein Kampflied für "Pro NRW":

Wir sind die verknöcherten Morschen
Uns tänzelt vor Freude der Zeh
Denn heute, da nerven wir Kölle
und morgen ganz NRW


PS: Zufall?
Nein, eher nicht.

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22.12.07

BRAUNER SUMPF BEJUBELT "PRO NRW"

Und "Pro NRW" bejubelt den Jubel des braunen Sumpfes

Kurz vor dem Weihnachtsfest herrscht große Freude in der "Pro"-Bewegung: denn zwei Postillen haben freundlich über Biedermanni, Besicht und Kameraden berichtet. Die Rede ist von den Blättern "Nation & Europa" sowie "Die Aula". Nie gehört? Kein Wunder. Es handelt sich um Blätter, die im braunen Sumpf gedeihen. WIKIPEDIA
berichtet über "Die Aula":

Nach der rechtskräftigen Verurteilung des damaligen Chefredakteurs Herwig Nachtmann wegen seines Artikels „Naturgesetze gelten für Nazis und Antifaschisten“ Mitte 1994 wurden alle Fördermittel der FPÖ sowie des Landes Steiermark gestrichen. ... Chefredakteur der Aula ist heute Martin Pfeiffer, seine Vorgänger waren der unter anderem wegen NS-Wiederbetätigung verurteilte Herwig Nachtmann, gefolgt vom ehemaligen NSDAP-Mitglied und SA-Sturmführers Otto Scrinzi, der gleichzeitig Herausgeber und Verleger ist. ...

Das [österreichische] Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) erwähnte das „Medienwerk AULA Ausgabe 9/2000“ im Verfassungsschutzbericht 2000, weil darin das Buch „Deutsche Bausteine – Grundlage nationaler Politik“ besprochen und beworben worden war. Es wurde, wegen Verdachtes des „Befürwortens, Gutheißens und Verbreitens nationalsozialistischer Ideologie“, Anzeige gemäß dem Verbotsgesetz erstattet ....

Im jährlich erscheinenden „Rechtsextremismus-Bericht“ des Innenministeriums, die ein „besonderes Augenmerk“ auf „unterschwellig ausgehende rechtsextreme Ideologieverbreitung im Sinne des Sicherheitspolizeigesetzes“ hat, wird die Zeitschrift Aula im Jahr 2001 erwähnt.

Von österreichischen Sozial- und Politikwissenschaftlern wird die Aula als rechtsextrem eingestuft. Auch das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und der ehemalige Informationsdienst gegen Rechtsextremismus stufen die Zeitschrift als rechtsextrem ein.Laut dem Journalisten Hans-Henning Scharsach fungiert die Aula als publizistische Kontaktbörse zwischen den Anhängern der FPÖ und dem etablierten Rechtsextremismus. ...

Die Aula wird auch als Werbeplattform für rechtsextreme und deutschnationale Parteien genutzt. So schaltete die NPD in der Ausgabe 2/1999 ein Inserat für ihre Zeitschrift Deutsche Stimme.

In ihrer Ausgabe 3/2006 warb "Die Aula" gleich für drei rechtsextreme deutsche Parteien: für "Republikaner", NPD und DVU. "Nation & Europa" wirbt derweil für den Holcaustleugner David Irving, vertreibt Irvings Buch "Meine Gefängnisse". Und dazu: "Standardwerke" zum Thema "Waffen-SS", mitunter "[h]erausgegeben von 'Ehemaligen'", sprich: von den Waffen-SS-Männern selbst.

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20.12.07

BIEDERMANNI UND DAS MUSIKKORPS LEIBSTANDARTE ADOLF HITLER

Na, das ist ja mal eine Überraschung: Da versucht Biedermanni Rouhs jahrelang, sich als mustergültigen Demokraten darzustellen. Und was bietet er dann auf seiner (Beleg) Webseite NATION24.DE zum Verkauf an? Die CD "Heimat Deine Sterne: Der Soldatensender Oslo". Aus der Produktbeschreibung:

Nach der Besetzung von Norwegen durch die deutschen Truppen [also Hitlers Wehrmacht, im April 1940 war's, demokrat4711] wurde der Soldatensender Oslo installiert, der für die Soldaten in den skandinavischen Ländern und die einheimische Bevölkerung ein abwechslungsreiches Programm sendete.

Ein extrem abwechselungsreiches Programm. Mein persönlicher Favorit und wohl der größte Hit auf Biedermannis CD:



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3.12.07

AUFGEWACHT, BUNDESPROZESSHANSEL!


Na, sowas: Auf YOUTUBE findet sich ein Video über "Pro NRW", das mit Neonazi-Musik hinterlegt wurde. Sechs Minuten und zwanzig Sekunden Werbung für die "Bürgerbewegung". Und dazu dröhnt das Lied "Glorreiche Träume (Legion 88)"* der rechtsextremen Krawallband "Nordfront" ("BRD, das Ende naht"). Textauszug:

Auf der Straße ist dein Leben in Gefahr, überall der Feind, er ist dir ganz nah. Laßt nicht noch mehr in unsere Städte hinein, alles muß befreit und gereinigt sein. ... Glorreiche Träume von einer neuen Ordnung! Hoffnungsvolle Träume von einer neuen Zeit!

Die Band Nordfront macht ihre Konzert-Termine nicht öffentlich, da, wie wir auf der Band-Webseite lesen, "da die Jungs von Grün/Weiß ja auch nicht ganz bescheuert sind und unsere Homepage und bestimmt auch unsere Emailadresse überwachen". Will meinen: die Polizei würde Nordfront-Konzerte unterbinden...

Völlig undenkbar, dass die "Pro"-Bewegung (mal wieder) offen um Nazis wirbt. Bleibt also nur noch eine Frage offen: Wann wird Biedermanni den Unhold verklagen, der sich des Bildmaterials widerrechtlich bemächtigt hat?


*
"Legion 88"? Die Ziffernkombination "88" steht bekanntlich für "Heil Hitler" (das "H" ist der achte Buchstabe im Alphabet).

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13.11.07

ÄRGER WEGEN STRAßBURGER TREFFEN: "PRO"-BEWEGUNG SCHWEIGT



Das
Straßburger Treffen europäischer Rechtsdraußenparteien vom 25. September schlägt hohe Wellen. Diesmal im Osten der Republik: Der Leipziger Honorarprofessor Michael Vogt, der an der Zusammenkunft teilgenommen haben soll, hat mächtig Ärger. Das berichtet SPIEGEL ONLINE. Vogt musste alle seine Seminare absagen. Kritiker fordern, dass er nicht mehr lehren dürfe. Vogt bestreitet seine Teilnahme. Und behauptet, "rassistisches, antisemitisches oder nazistisches Gedankengut prinzipiell abzulehnen".

An dem Treffen, das Vogt nun den Job kosten könnte, haben mehrere deutsche Parteien teilgenommen: neben NPD, DVU und "Republikanern" auch Vertreter von "Pro NRW" (konkret: Markus Beisicht und Markus Wiener). Das Treffen stieß selbst in der Rechts-Postille JUNGE FREIHEIT auf massive Kritik – wegen der "Beteiligung von NPD und DVU". Denn die NPD sehe sich "in der Tradition des Nationalsozialismus und des Dritten Reiches". Auch der stellvertretende "Republikaner"-Boss Johann Gärtner betont heute:

Ich war geschockt, auf Leute wie Udo Voigt und Holger Apfel von der NPD zu treffen. Mit denen wollen wir nichts zu tun haben.

Immer mehr
(halbgare) Distanzierungen vom Straßburger Treffen: Nur "Pro NRW" schweigt bis dato. Kein Wunder, fühlte sich die "PRO"-Bewegung doch massiv aufgewertet durch ihre Teilnahme.

Quelle: www.npd.de

Der Fairness halber wollen wir aber feststellen: Nicht nur die Vertreter von NPD, DVU und "Pro NRW", nein, auch diejenigen der "Republikaner" unterschrieben seinerzeit einhellig die Erklärung "Gemeinsam für ein Europa der Vaterländer". Und Harald Neubauer, einst Biedermannis und Beisichts Idol, berichtet, dass in Straßburg eine "ebenso sachliche wie freimütige Aussprache über Situation und Zukunftschancen der deutschen Rechten" stattgefunden habe. So weit zum Schock der "Republikaner"...

Die deutschen Rechtsdraußenparteien – bei aller Konkurrenz sind sie dann doch vor allem Eines: Fleisch vom selben Fleische.


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1.11.07

KAMERADINNEN UND KAMERADINNEN, ISS'EN ARMUTSZEUGNIS!

Wenn Sie glauben, Biedermanni Rouhs sei ein schlechter Redner und seine bizarre Tarnung (Anzug statt Fleckenjacke) ein bisserl zu einfach als bizarre Tarnung zu erkennen, dann wissen Sie nicht, wer und was sich ansonsten so in der rechtsextremen Szene tummelt. Biedermanni ist vergleichsweise klug und wortgewandt, wie das folgende Filmchen belegt. Es zeigt Silvio Reinhold Kruk, den "Bundesvorsitzenden" der "National-Sozialistischen Bewegung Deutschland"
(NBO). Was auch immer Kruk uns sagen will (offenbar gibt es Probleme "wegen einem Labskausessen"), schauen Sie es sich an!

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2.10.07

KLARE KANTE?!

Die "Pro"-Bewegung - es gibt sie auch in Hannover. Dort heißt sie, mancher ahnt es schon, "Pro Hannover". "Pro Hannover" hat zumindest ein Mitglied: Christian Perbandt. Der sagte heute seine "Teilnahme an der Kundgebung am 06.10.07 in Salzgitter" ab. Der "Pro Hannover"-Boss, der als Redner vorgesehen war, zog sich zurück, weil "auch ein Vertreter der freien Nationalisten" reden sollte. Gemeint ist Christian Worch, wie wir der Rednerliste entnehmen können. Worch ist eine - wenn auch nicht mehr unumstrittene - Führungsfigur der Stiefelfaschisten. Mit anderen Co-Rednern indes hatte "Pro"-Perbandt offenbar keine Probleme. Darunter sind immerhin solche Gestalten wie die NPD-Funktionäre Hans-Gerd Wiechmann und Matthias Faust. Doch ganz koscher sind die beiden auch nicht: Faust ist offenbar ein enger Spezi vom bösen Worch. Wiechmann verharmlost derweil rechtsextreme Gewalttaten:

Wenn jemand in den Reihen einer nationalen Partei oder Organisation, auf Grund einer politisch motiviert begangenen Tat in der Vergangenheit verurteilt worden ist, so wird das von den Medien immer wieder hochgespielt.


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1.10.07

"PRO NRW"-LOBER KRITISIERT TREFFEN ZWISCHEN NPD UND "PRO NRW"

Die JUNGE FREIHEIT - sie ist das Leib- und Magen-Blättchen der Rechtsdraußen mit Abitur. Vor ein paar Tagen noch hatte sie die "Bürgerbewegung Pro NRW" gelobt, und zwar als "ernsthafte Chance", die "verwaiste Lücke ... zwischen Christdemokraten und den als rechtsextremistisch eingestuften Parteien" zu füllen. Für Biedermanni und Kameraden war dieser Artikel eine Art Ritterschlag. Dass die JF dabei "Pro NRW"-Boss Markus Beisicht konsequent "Manfred Beisicht" nannte, ist dabei nur eine Randanekdote.

Nun jedoch geht JF-Chefredakteur Dieter Stein auf die Barrikaden: wegen jenes Straßburger Treffens diverser europäischer Rechtsparteien, an dem auch die deutschen Parteien NPD, DVU und "Pro NRW" teilnahmen. Chefredakteur Stein sagt, er sei darüber "entsetzt". Er hat in der Folge seine Kooperation mit Andreas Mölzer gekündigt. Denn Mölzer, Abgeordneter der FPÖ, ist einer der treibenden Motoren des neuen Ganz-rechts-Bündnisses auf kontinentaler Ebene. Stein schreibt:

Lieber Andreas Mölzer,

wie ich Dir schon gestern am Telefon mitgeteilt habe, bin ich entsetzt, daß es in Straßburg auf Deine Initiative zu einem Gespräch zu Kooperationen von Rechtsparteien in Deutschland im Hinblick auf eine gemeinsame Europawahlliste unter Beteiligung von NPD und DVU gekommen ist.

Ich habe mit Dir Anfang August in Kärnten ein ausführliches Gespräch geführt, nachdem ich erfahren habe, daß es Überlegungen geben soll, in Kooperationsgespräche mit NPD und DVU einzutreten. Ich habe Dir schon damals deutlich gemacht, weshalb ich es für eine katastrophale Fehleinschätzung der Lage in Deutschland, im Besonderen aber der NPD und DVU halte, wenn man glaubt, diese Parteien für ein „rechtsdemokratisches“ Projekt für diskutabel zu halten.

Ich habe Dir meine Einschätzungen zur NPD – und diese ist schließlich der entscheidende Faktor in diesem sogenannten „Volksfrontbündnis“ – genannt. Daß sich diese Partei nicht nur nach Auffassung linksgerichteter Antifa-Journalisten, sondern ausweislich ihrer eigenen Verlautbarungen in der Tradition des Nationalsozialismus und des Dritten Reiches sieht, daß sie offen mit neo-nationalsozialistischen, tatsächlich rechtsextremen Kameradschaften, Freien Nationalisten kooperiert und deren Führungsfiguren sogar in ihre Vorstände holt. Auf dem jüngsten NPD-Parteitag in Niedersachsen durfte sogar Christian Worch, die Leitfigur der deutschen Neonazi-Szene sprechen und erhielt große Zustimmung. [...]

Mehr denn je ist sie in ihrem harten Kern ein Transmissionsriemen einer bizarren neo-nationalsozialistischen Subkultur. Ihre Nähe zum Dritten Reich muß man nicht entlarven, sie bekennt sich ungeschminkt dazu, und dies ist offenkundig der Wesenskern der erotischen Anziehung auf den Großteil des NPD-Umfeldes.

Soweit Stein, Boss eines durchaus weit rechts stehenden Blattes. Ob er vor diesem Hintergrund "Pro NRW" auch weiterhin als "Chance" betrachtet? Schließlich rühmt sich ja auch "Pro NRW", in Straßburg dabei gewesen zu sein. NPD? Ach, herrje...


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26.9.07

DA WÄCHST ZUSAMMEN, WAS ZUSAMMEN GEHÖRT

Bürger der Welt, hört den Triumpfschrei:

Am Dienstag führten Markus Beisicht und Markus Wiener für die Bürgerbewegungen pro Köln und pro NRW im Europaparlament in Straßburg intensive Gespräche mit den Spitzenfunktionären der europäischen Rechtsfraktion ITS (Identität, Tradition, Souveränität). Im Beisein des mehrmaligen französischen Präsidentschaftskandidaten Jean-Marie Le Pen sowie der Europaabgeordneten Andreas Mölzer, Frank Vanhecke, Koen Dillen, Philip Claeys und Luca Romagnoli kam man überein, die politischen Ziele der europäischen Rechtsfraktion tatkräftig unterstützen zu wollen.

Wow! Beisicht und Wiener verhandeln mit den rechtsextremen Riesen des Kontinents, sie sind ihr deutscher Ansprechpartner (nur Biedermanni schmollt in Sülz). Sie spielen gleichberechtigt mit im Konzert der gaaaaanz Großen. Klingt gut, oder? Klingt nach: Bedeutung, Macht, Anerkennung, nicht wahr? Ja, weil ein wichtiges Faktum beschwiegen wird: die Republikaner, NPD und DVU, ebenfalls deutsche Parteien, ebenfalls rechtsextrem, aber größer und stärker als die "Pro"-Bewegung, waren "auch" mit von der Partie.

Die "Pro"-Kader fallen also unter die Kategorie "ferner liefen". Zumal ihr unlängst bejubelter Neuzugang
Dr. Björn Clemens offenbar nicht mehr Teil der "Pro"-Bewegung ist; er unterschrieb eine "gemeinsame Gruppenerklärung" jedenfalls als Privatperson. Lichten sich die "Pro"-Reihen bereits jetzt?

Ach ja, ebenfalls vor Ort: die Nazirocker-, NPD-Führer- und Hooligan-Anwältin Gisela Pahl. Sie leitet das Deutsche Rechtsbüro, dessen prominentestes Mitglied der Alt-Nazi Jürgen Rieger ist. Zu Konflikten zwischen den "Pro"-Demokraten und den Janz-weit-rechtsdraußen-Kameraden kam es offenbar nicht. Jedenfalls wird davon nicht berichtet.



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29.8.07

FLEISCH VOM SELBEN FLEISCHE

Größenwahn unter verfeindeten Geschwistern: "Pro"-Bewegung und NPD streiten sich darum, wer der wahre Bund Deutscher Mädel ist

13 Prozent der Deutschen könnten sich laut einer emnid-Umfrage vorstellen, eventuell eine Partei rechts von der CDU zu wählen. Die "Bürgerbewegung Pro NRW" erklärt dazu:

13 Prozent für eine patriotische Opposition!

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa sind mindestens 13% der Deutschen bereit, bei der nächsten Wahl einer politischen Kraft rechts des etablierten Parteienspektrums ihre Stimme zu geben. ...

Besonders erfreulich ist auch die Erkenntnis der Meinungsforscher, wonach das Bedürfnis nach einer patriotischen Opposition quer durch die gesamte Bevölkerung stark ausgeprägt ist - bei beiden Geschlechtern sowie allen Altersklassen und Berufsgruppen. Dem gern verbreiteten Klischee, nur ein kleines, nahezu ausschließlich aus jungen Männern bestehendes Häuflein von "Extremisten" würde sich zu freiheitlichen Positionen bekennen, ist damit der Boden entzogen. ... Pro NRW setzt alles daran, dieses Potential auszuschöpfen.

Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) zum selben Thema:


14% der Frauen würden national wählen


Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Emnid ... schließen 14% der Frauen und 9% der Männer nicht aus, bei der nächsten Landtagswahl für eine nationale Partei wie der NPD zu stimmen.

Insgesamt waren es 12% der Befragten, in Mitteldeutschland sogar 15% - 11% in Westdeutschland.

Dieser Umfragewert bestärkt nicht nur die NPD, sie zeigt auch deutlich, wie wichtig Frauen für die nationale Opposition sind! ... Der Ring Nationaler Frauen ruft alle deutschen Frauen auf, national zuwählen - NPD zu wählen!


Werden NPD und "Pro"-Bewegung also demnächst zwei mal 13 Prozent der Stimmen abgraben? Oder müssen die beiden Parteien ein Mal 13 Prozent unter sich aufteilen? Beides nicht. Denn:

Wählen bald 13 Prozent rechtsextrem?

... Auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa bestätigt das rechte Potenzial... Demnach sind sich zwei Prozent der Wahlberechtigten bereits sicher, bei der nächsten Wahl einer rechtsextremen bzw. neonazistischen Partei ihre Stimme zu geben, das entspräche dem Stimmanteil der Rechtsaussenparteien bei der letzten Bundestagswahl.

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22.8.07

"KEINE BEWEISE GELIEFERT"

Wie sich die "Pro Köln"-Fraktionsvorsitzende Judith Wolter in der brandenburgischen Provinz blamierte

Kleiner Ratschlag für Neonazis aus den fünf neuen Bundesländern: Wenn Sie in einen Gerichtsprozess anstrengen, dann lassen sie nicht extra eine Rechtsanwältin aus Köln einfliegen. Auch dann nicht, wenn die Dame für eine rechte Szene-Kanzlei arbeitet. Es könnte peinlich werden. Engagieren Sie einfach einen halbwegs erfahrenen Anwalt aus der Region. Einen, der beispielsweise weiß, wie man vor Gericht belegt, dass Sie nicht vorbestraft sind. Einen, der Sie daran erinnert, das polizeiliche Führungszeugnis einzupacken. Kurz: Einen Anwalt, der sein Handwerk gelernt hat. Sie verstehen nur Bahnhof? Dann lesen Sie doch einfach die Märkischische Allgemeine vom heutigen Tage:

Nicht auf politischem Terrain, sondern vor Gericht trafen sich gestern zwei Mitglieder des Prignitzer Kreistages. Mario Schulz – vormals für die NPD in diesem Gremium – hatte eine einstweilige Verfügung gegen Bärbel Treutler (Bündnis 90/Die Grünen) angestrebt. Er wollte erreichen, dass diese nicht mehr behauptet, er sei vorbestraft.

Schulz Anwältin ist niemand anderes als Judith Wolter. Vorsitzende der "Pro Köln"-Ratsfraktion. Hürde Nummer eins: Wolter muss nachweisen, dass Bärbel Treutler tatsächlich Derartiges über ihren, Wolters, Mandanten behauptet hat. Doch, oh weh! Wolter scheitert:

Richterin Ingelore Scharlott machte zu Beginn deutlich, dass Schulz’ Anwältin Judith Wolter in ihrem Antrag keine Beweise geliefert hatte, die geeignet wären, Bärbel Treutler einer falschen Tatsachenbehauptung zu überführen. Wolter, Vize-Vorsitzende der "Bürgerbewegung pro Köln", die sich aus Ex-Mitgliedern von NPD und Republikanern rekrutiert, hatte aus einer Anfrage Treutlers im Kreistag zitiert, in dem diese Mario Schulz aber nicht namentlich nannte.

Tja, hätte Madame Wolter mal besser ihre Akten studiert. Statt immer nur auf die populistische "Pro"-Pauke zu hauen. Doch weiter im Text der Märkischen Allgemeinen:

Nach einer kurzen Absprache mit ihrem Mandanten verkündete Judith Wolter, sie bleibe bei ihrem Antrag. Nachdem [Wolter] die Vorwürfe gegen Bärbel Treutler konkretisiert hatte, wollte die Richterin wissen, wie es denn tatsächlich um den Leumund ihres Mandanten bestellt sei. "Wir haben hier nur eine eidesstattliche Versicherung vorliegen, dass er nicht vorbestraft ist. Aber wenn sich zwei Parteien in einem Rechtsstreit befinden, ist dies kein heiligmachendes Beweisstück", meinte sie.

Ich kann diese Rechtsposition gut nachvollziehen. Auch als Nicht-Jurist. Was wird Wolter nun tun? Das:

Judith Wolter räumte ein, dass Schulz in erster Instanz verurteilt wurde (Das Amtsgericht Perleberg erlegte ihm wegen Volksverhetzung eine Haftstrafe von 14 Monaten zur Bewährung auf). Laut der Anwältin wird es aber im Dezember ein Berufungsverfahren geben.

Er wird es verlieren. Wenn er wieder die Wolter engagiert. Doch das ist Schnee von morgen. Zurück zum aktuellen Verfahren:

Das von der Richterin erbetene Führungszeugnis konnte [Wolter] jedoch nicht vorweisen. Auf Wolters Frage, weshalb denn der Kläger seine Unschuld beweisen müsse, entgegnete die Richterin, dass nicht die Beklagte, sondern nur er in der Lage sei, diesen Nachweis zu erbringen.
Hätte Wolter solche Fragen mal besser an der Uni gestellt. Spätestens im zweiten Semester! Die Märkische Allgemeine, lakonisch:

Das Urteil wird für nächste Woche erwartet.

Wird Judith Wolter siegen? Man darf gespannt sein. Zumindest, wenn man Judith Wolter heißt.


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20.8.07

"PRO NRW" ANGELT NAZI-OPA

Drift nach gaaanz rechts: "Pro NRW" lässt sich mit einem (millionenschweren) Holocaustleugner ein

Jubel bei der "Bürgerbewegung Pro NRW": glaubt man deren Propaganda, hat sie einen fetten Fisch an der Angel.
O-Ton "Pro NRW":

Der bekannte Solinger Unternehmer Günther Kissel ist heute der Bürgerbewegung pro NRW beigetreten. Kissel, ein langjähriger Unterstützer der patriotischen Bewegung in ganz Deutschland, will künftig die Aktivitäten von pro NRW nach besten Kräften fördern.

Wer ist der Mann? Das ARD-Politmagazin Panorama berichtete 1996:

Wer ist Günther Kissel? Der größte Baulöwe von Solingen, aber auch ein notorischer Rechtsradikaler.

Ein Werbevideo des Nazis Thies Christophersen, einer von Kissels Freunden. Bekannt ist Christophersen für die Verbreitung der sogenannten Auschwitzlüge. Doch Kissel hält ihn für einen "honorigen und außerordentlich charaktervollen Menschen".

Christophersen wird momentan wegen solcher braunen Hetze per Haftbefehl gesucht, früher saß er schon im Gefängnis. Kissel forderte die Freilassung - nicht nur für ihn, sondern das Ende der Haft für alle Naziverbrecher. ... In einem Neonaziblatt nennt auch Kissel selbst den Holocaust eine "6-Millionen Behauptung". "Nach meinem Empfinden kann es nicht mehr lange dauern, bis das gesamte Lügengebäude zusammenbricht und die Handlanger des Zionismus in Bonn ihre Koffer packen können."

Wie "Pro NRW" schon sagte: Kissel ist "ein langjähriger Unterstützer der patriotischen Bewegung in ganz Deutschland". Distanzierung von dem Holocaust-Leugner: Fehlanzeige. Dieser Fakt lässt Rückschlüsse zu auf den innerhalb der "Pro"-Bewegung tobenden Machtkampf: Offenbar gewinnt Markus Beisicht immer mehr die Oberhand. Biedermanni Rouhs war schließlich in den letzten Jahren meist darauf bedacht, den Bürgerbewegungen in Stadt, Land und Bund ein halbwegs seriöses Image zu geben. Was zumindest halbgare Distanzierungen von offen bekennenden Nazis einschloss.

Freuen wird sich "Pro NRW"-Kassierer Markus Wiener: denn Kissel ist der größte Bauunternehmer Solingens. Da dürfte nun der eine oder andere Tausender in die Kassen der Rechtsdraußen fließen. Und wie steht es ansonsten um die "besten Kräfte", mit denen Kissel "Pro NRW" unterstützen will? Damit dürfte es nicht mehr so weit her sein: der Mann ist um die neunzig Jahre alt.

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5.7.07

DIE WELT SCHAUT AUF "PRO COLOGNE"

In seinem Bestreben, die Noch-Domstadt Köln in der Wahrnehmung der Menschheit als "die Moscheestadt" zu etablieren, hat Biedermanni einen weiteren Etappensieg errungen. Jetzt berichtet schon die NEW YORK TIMES über den von Biedermanni angeheizten Moscheebau-Konflikt. Was schreibt das Blatt? Unter anderem das:

Wie vorherzusehen war, hat eine extrem rechte lokale Partei eine lärmende, fremdenfeindliche Protestkampagne geführt, wobei sie Unterstützung von ihren weit rechts stehenden Verbündeten in Österreich und Belgien zusammen trommelte. ... Am 16. Juni moblisierte Pro Cologne 200 Menschen zu einer Protestkundgebung gegen die Moschee.

Zweihundertsieben, um exakt zu sein. Doch weiter im Text:

Manfred Rouhs, ein Führer von Pro Cologne, sagte, die Moschee würde die Entwicklung von muslimischen Parallelgesellschaften verfestigen und zur Unterdrückung von Frauen ermutigen, von der er sagte, sie sei im Islam eingebettet. "Das ist kein gesellschaftliches Modell, das irgendeinen Platz hat in der Mitte Europas."


Endlich ist die silence helix durchbrochen! Seht, wie stolz er schaut, der Manni, unser Moscheestadtmacher:



Bleibt nur noch ein Problem: Jetzt hat er endgültig verschissen bei seinen alten Kameraden. Schließlich hat er der "jüdischen" NYT Rede und Antwort gestanden ...



Quelle: Germans Split Over a Mosque and the Role of Islam, nachzulesen hier und hier.

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21.6.07

WENN BEKÄMPFEN, DANN IGNORIEREN

O-Ton Regina: Die Pro Köln-Rats"dame" äußert sich mehr oder minder intelligent zu mehr oder minder weltbewegenden Themen. Teil 1 der Serie – Regina Wilden über den korrekten Umgang mit Neonazis:

"Daß auf verschiedenen rechten und rechtsextremen Seiten Aufrufe zu der Demo von Pro Köln sind, ist nicht verwunderlich. Erstens kann es Pro Köln nicht verhindern ... und vermutlich ist es Pro Köln sogar gar nicht unlieb, denn es kommen eventuell und paar Mann mehr. [...]

Man sollte auch ein Mindestmaß an Fairneß der rechten politischen Szene zubilligen, und wenn man sie bekämpfen will, dann sollte man sie ignorieren oder wenigstens ... mit demokratischen Mitteln vorgehen."

Regina Wilden, damals "Pro Köln"-Sympathisantin, am 08. März 2002


Teil 2 der Serie demnächst in diesem Weblog:
Warum Regina Wilden sich dann doch nicht zum Islam bekehren ließ

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16.6.07

DER AUFMARSCH DER 207

Biedermanni verliert präsentiert: weitere Bilder von der heutigen "Pro Köln"-Demonstration "gegen Islamismus und Großmoschee". Sie zeigen sehr kahle Demonstrations-"Ordner". Und sie belegen: der LKW wurde bei einem politischen Gegner gemietet, den Biedermanni sonst als korrupt bezeichnet...



Der gesamte "Pro Köln"-Aufzug: Nach Polizeiangaben 150, nach meiner Zählung 207 und nach Biedermannis "Rechnung" 601 Demonstranten


"Pro Köln"-Vorsitzender Markus Beisicht kurz vor Beginn des Aufmarsches, rechts daneben: Rats"dame" Regina Wilden




Der "Pro Köln"-Demonstrations-LKW...




... wurde bei bei der Firma "Kölner Flitzer" gemietet. Deren Geschäftsführer Ralph Sterck ist Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion. Unter der Überschrift "Tango Korrupti" schreibt Biedermanni:




Koen Dillen, Europa-Abgeordneter der rechtsextremen Partei "Vlaams Belang", auf dem Weg zum "Pro Köln"-Aufmarsch [Korrektur vom 22.6.: Nein, das Bild zeigt nicht Dillen, sondern die FPÖ-Politiker Harald Vilimsky sowie Dagmar Belakowitsch-Jenewein. Mehr dazu: hier]



Biedermannis Demonstranten



Dito!


Einige "Ordner" der "Pro Köln"-Demonstration



Bernd "Bernibär" Schöppe (hellgrünes Sakko) im Kreise kahler Mit-"Ordner"



Chaoten? "Ordner"!



Rats"dame" Regina Wilden (heute friedlich)



Besten Dank an L#####@gmx.net für die freundliche Unterstützung!

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ÖSTERREICHISCHER FÜHRER WILL KÖLN RETTEN

206 Menschen klatschen. Biedermanni rechnet vor: Kosten der heutigen "Pro Köln"-Demonstration liegen für den Steuerzahler "im siebenstelligen Bereich"

Jedem der 207 Teilnehmer der heutigen "Pro Köln"-Demonstration, sofern er nicht dreifach sah, ist klar, dass er nicht einer von 600 Demonstranten war.
Jeder der 207 Teilnehmer weiß: der heutige "Trauermarsch" (Markus Beisicht) war kein Triumphmarsch.

Im Gegenteil: Die 207 Teilnehmer wurden auf der gesamten Wegstrecke beschimpft. Sprechchöre und Trillerpfeifen begleiteten den kompletten Marsch. Nicht zuletzt waren über 1000 Polizisten nötig, um den 207 Demonstranten die Straße frei zu halten.



Und obwohl jeder der 207 Teilnehmer all dies weiß, berichtet Biedermanni von 601 Teilnehmern ("600 Bürger sowie der österreichische Oppositionsführer HC Strache"). Biedermanni schreibt, dass "aus den Fenstern immer wieder 'Wir alle wählen Euch!' erschall", während "am Straßenrand die Schaulustigen" applaudiert hätten. Sein Fazit: "Voller Erfolg für Kölner Moschee-Gegner".

Soweit Biedermannis Bericht aus seinem ganz persönlichen
Second Life. Im richtigen Leben waren immer wieder Rufe wie "Schämt Euch!" oder "Haut ab!" zu vernehmen. Was aus der Demonstration mit "Deutschland, Deutschland über alles!"-Gegröhle quittiert wurde. So von einem "Pro Köln"-Demonstranten, auf dessen Plakat "Nein zum Wüsten-Bolschewismus!" stand.



Zu Gute halten kann man Biedermanni nur Eines: Seine Rede war die beste des Tages. Die beiden ausländischen Gastredner konnten Biedermanni nicht das Wasser reichen. Punkt! Biedermanni gelang es gar, mit seinen Zuhörern in einen Dialog zu treten. Biedermanni: "Tun wir hier etwa was Unanständiges?" "Nein!", riefen seine 206 Fans.

Klingt nach Kasperltheater? Die dort entscheidende Frage – "Seid Ihr alle da?" – wagte Biedermanni nicht zu stellen. "Ja", wäre die Antwort gewesen, "mehr sind wir nicht!"

Irgendwann zückte Biedermanni eine BILD-Zeitung. Das Blatt werde am Montag vorrechnen, dass der Polizeieinsatz einen Geldbetrag "im siebenstelligen Betrag" verschlungen habe.


Im "siebenstelligen Bereich"? Biedermanni bestritt diese Aussage nicht. Also wurde mindestens eine Million Euro verpulvert für den Aufmarsch der 207. Macht pro Teilnehmer mehr als 5.000 Euro. Kein billiger Tag für den Steuerzahler, der "Pro Köln" demnächst wieder über leere Kassen wird klagen hören...



Die Auflagen der Polizei: Pro 50 Teilnehmer war eine Fahne gestattet. Entsprechend waren drei Deutschland- und eine Köln-Flagge zu sehen. Das "geschlossene Marschieren in Blöcken, Reihen und Zügen" war seitens der Polizei ebenso untersagt worden wie "Embleme oder Symbole, die im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus" stehen. Man hielt sich daran.

Zumal die NPD diesmal nicht dabei war. Nach
Medienberichten versuchte die Konnkurrenzpartei von "Pro Köln" eine eigene "Spontandemonstration", die jedoch von der Polizei unterbunden worden sei. 17 NPD-Sympathisanten seien von der Polizei in Gewahrsam genommen worden.



Davon bekamen die Teilnehmer des "Pro Köln"-Aufmarsches nichts mit. Dessen Redner bedankten sich fast allesamt bei dem "Tabubrecher" Ralph Giordano, alle Redner bedienten plumpe Feindbilder. Dem P(r)öbel gefiel's. Er beklatschte sogar das Gestammel der "Pro Köln"-Vorständlerin Marylin Anderegg. Anderegg war mit der Aufgabe, eine Rede vom Blatt abzulesen, heillos überfordert.

Einmal bat sie gar um Entschuldigung, nachdem sie einen Satz in der Mitte abgebrochen hatte. Ihre Ehrlichkeit wurde beklatscht. Der heftigste Applaus jedoch wallte jedesmal auf, wenn die Wortkombinantion "Kölner Dom" fiel. Besonders anspruchsvoll ist die "Pro Köln"-Klientel offenbar nicht...




Und der "Starredner": HC Strache, der "österreichische Oppositionsführer"? Das Fernsehen seines Heimatlandes fasst seinen Auftritt wie folgt zusammen: "Strache will Köln vor Großmoschee 'retten'". Aber offenbar wartet Köln nicht darauf, von einem österreichischen (Oppositions-)Führer errettet zu werden.

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15.6.07

STÖRUNGSFREIER ABLAUF?

Oder doch Randale auf der "Pro Köln"-Demo? Da ist man sich partei-intern keineswegs einig

Während Biedermanni Rouhs von einem "störungsfreie[n] Ablauf" der morgigen Demonstration träumt, gehen die "Gedanken" seiner Parteifreundin Regina Wilden in die entgegengesetzte Richtung. Die Ratsfrau hat Angst vor der NPD, wobei sie die Partei komplett vom Geheimdienst gesteuert sieht. Wilden schreibt:
Sing mir das Lied vom Verfassungsschutz ...

[...] Es könnten sich ein paar Leute unter die Demonstranten mischen und dann auf halbem Wege zum Beispiel eine Fahne entrollen und im Wind flattern lassen, die wir nicht wünschen. Und auch wenn diese Fahne(n) (oder etwas anderes derartiges) nur kurz gezeigt wird, denn sie würde ja sofort entfernt einschließlich der zugehörigen Person - DAS würde in den Medien erscheinen und sonst nichts - mit den entsprechenden Kommentaren.
Und wieder ein neuer Sündenbock! Zeit, auf eine etwas ältere Verschwörungstheorie zum Themenkomplex Biedermanni / NPD zu verweisen!

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