10.4.08

"NUR LANGWEILIGE ZEITVERTREIBE"


Martin Schöppe, Jugendbeauftragter der "Bürgerbewegung Pro Köln", hat ein Interview gegeben. Und zwar einer Schülerzeitung für junge Rechtsdraußen namens "Blaue Narzisse".

Ignorieren Sie das Interview. Klicken Sie lieber den "meistgelesenen Artikel" des Blättchens an. Den mit dem poetischen Titel "Revolution und Fotze". Und erfahren Sie alles über die Sorgen und Nöte von Menschen wie Martin Schöppe. Zitat:

Ein junger Rechter hat es wirklich schwer. Die Lehrer mögen ihn nicht, versuchen ihm, im Geschichtsunterricht ein falsches Bewußtsein für seine Nation zu vermitteln, und seine Freunde würdigen seine Wertvorstellungen, seinen Sinn für Ordnung und Anstand, nicht. Und der junge Rechte von heute hat noch ein Problem: ein Motivationsproblem. Während der junge Linke für „Revolution und Fotze“ (Dávila) kämpft und poppt, bleiben für den Rechten nur die langweiligen Zeitvertreibe übrig.


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22.3.08

SAUBERMANNIS SECHSTER JOB



Setzt Biedermanni nun auf offenen Betrug von Anlegern? Sein neues Projekt GEWINNBEREICH.DE klingt jedenfalls reichlich dubios

Biedermanni Rouhs knechtet bekanntlich als
"Pro Köln"-Fraktionsgeschäftsführer, als (Selbst-)Verleger, als Herausgeber des Magazins NATION24, ferner als Internet-Service-Anbieter sowie als Gelegenheitsmitarbeiter für seinen Parteifreund Bernd "Bernibär" Schöppe. Doch von fünf Jobs allein kann er offenbar nicht leben. Working Poor nennt man Menschen wie Biedermanni in den USA.


***

Nun hat Biedermanni einen sechsten Strohhalm ergriffen. Gewinnbereich.de heißt sein neues Projekt. Und es klingt windig. Verdammt windig...

***


Gewinnbereich.de: Durchschauen Sie die Strategie?

Offen gestanden: So ganz verstanden habe ich nicht, welchen Service mir Biedermanni anzubieten trachtet. Offenbar geht es um Geldanlage ("Wir sind derzeit für den DAX mittelfristig bärisch, langfristig aber bullisch eingestellt.").
Geld anlegen? Natürlich bei Biedermanni. Im Gegenzug wird Biedermanni , na klar, meinen "Barbestand ... mit 3,00 Prozent verzinsen", möglicherweise pro Monat, möglicherweise pro Jahr ...

... möglicherweise aber überhaupt nicht. Denn
Biedermanni behauptet eine ganze Menge, so auch, dass er einen Mitarbeiter in Asien beschäftige:



***

Sorry, Biedermanni, aber Hooi Ling Soh sieht so aus:



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21.3.08

KEIN SPITZENWERT IN DER EINZIGEN "PRO"-HOCHBURG




"Pro Köln" prahlt mit dem Erfolg der "Neumitgliederkampagne 2008":
Pro Köln konnte ... mehr als 50 Neuaufnahmen verzeichnen und kann sich demnach jetzt auf exakt 364 Mitglieder stützen!
Die Schlussfolgerung der "Rechtspopulisten":
Dies dürfte für einen Stadtverband einer nonkonformen, patriotischen Vereinigung rechts der Mitte wohl bundesweit ein Spitzenwert sein.
Ein bundesweiter Spitzenwert? Meine Gegenrechnung:

  • Bundesweit gibt es rund 40.000 organisierte Rechtsextremisten. Macht pro Million Einwohner also rund 500. Also auch in der Ein-Millionen-Stadt Köln, sofern Köln im Bundesdurchschnitt liegt.
  • 364 Mitglieder in der einzigen "Pro"-Hochburg sind also eher ein äußerst mageres Ergebnis. Wenn die Zahl denn stimmt.
  • Zumal die Konkurrenz-Parteien Republikaner und NPD in Köln eher schlecht aufgestellt sind.
"Pro Köln" fährt fort:
... eine Mitgliederzahl von 500 und mehr sollte spätestens im Kommunalwahljahr 2009 erreichbar sein!
Das wäre dann immerhin Bundesdurchschnitt.


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15.3.08

DICHTUNG UND WAHRHEIT

Dichtung:




Wahrheit:






(Oder hausen sie in einem Postfach?)


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12.3.08

UCKERMANN MACHT MÄNNCHEN




Der neue starke Mann von "Pro Köln": Jörg Uckermann

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11.3.08

NICHT NUR PROFI, SONDERN ÜBERGOTT

Sehr beliebt bei Rechtsextremisten: Germanengott Odin

Uwe "Profi" Berger, für "Pro NRW" nicht mehr und nicht weniger als "Bezirksbeauftragter Bezirksverband Sauerland", "Kreisbeauftragter Kreis Mettmann", "Kreisbeauftragter Herne", "Kreisbeauftragter Märkischer Kreis" sowie "Administrator pro NRW Netzwerk", ist den irdischen Sphären nun offenbar gänzlich entschwoben.

Im Netzwerk "ISuDi" jedenfalls tritt Berger unter dem Spitznamen "Master_Odin" auf. Dazu führt der "Pro NRW"-Funktionär aus:
Odin ist ein germanischer Gott... sozusagen ein Übergott, der väterlich über seine 'Götterwelt' wacht, sie beherrscht und steuert ;-) Der Name ist nicht zufällig gewählt sondern entspricht schon ziemlich meiner Natur ;-)

Ob Spitznamens-Patron Odin das wohl genau so sieht? Darüber kann ich nur Mutmaßungen anstellen. Der Übergott war für eine Stellungnahme bisher leider nicht zu erreichen.


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FEIND, TODFEIND, PARTEIFREUND


Biedermanni Rouhs und Jörg Uckermann sind bald in der selben Partei. Vor gar nicht allzu langer Zeit warfen die beiden Herren sich noch gegenseitig "Kadavergehorsam", Mangel an "charakterlichen Qualitäten" und "Diffamierung" respektive Volksverhetzung vor

Aus
gegebenem Anlass sei an eine Rechtstreitigkeit erinnert, die noch gar nicht so lange zurück liegt. "Schwere Niederlage für CDU-Bürgermeister Uckermann" überschrieb Biedermanni seinen Selbstlobartikel. Man schrieb den 28. September 2006. Die Überschrift war nicht ganz korrekt. Denn Uckermann war ja nicht Bürgermeister. Sondern stellvertretender Bezirksbürgermeister Ehrenfelds. Doch das ist nur eine Randbemerkung.

Biedermanni jedenfalls war seinem baldigen Parteifreund Uckermann damals (damals?) durchaus nicht wohl gesonnen. Und die Abneigung basierte auf Gegenseitigkeit. Jedenfalls verklagte Uckermann Biedermanni seinerzeit (seinerzeit?). Wegen eines aus Uckermanns Sicht volksverhetzenden Flugblatts.

Doch Biedermanni bekam einen Freispruch dritter Klasse: Der Staatsanwalt stellte das Verfahren ein, denn Biedermannis "Schlußfolgerungen – so falsch sie sein mögen – stacheln jedoch weder zum Haß gegen Teile der Bevölkerung auf, noch stellen sie einen Angriff auf die Menschenwürde dar."


Und Biedermanni, schwer beflügelt, weil sein Schlussfolgerungen, "so falsch sie auch sein mögen", formell nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllten, Biedermanni schoss schwer gegen Uckermann. Biedermanni:

Der Einstellungs-Bescheid der Staatsanwaltschaft datiert vom 21. September 2006. Er ist an Jörg Uckermann als Strafantragsteller gerichtet und dürfte dem CDU-Politiker zumindest seit einigen Tagen vorliegen. Es kennzeichnet die charakterlichen Qualitäten von Herrn Uckermann, daß ich von ihm nach dieser eindeutigen rechtlichen Bewertung seines Strafantrages durch die Staatsanwaltschaft bislang kein Wort der Entschuldigung gehört habe.

Biedermanni klagte bitterlich ob Uckermanns Gemeinheit:

Mit seinem ganz offenbar auf Diffamierung abzielenden Strafantrag hat Herr Uckermann der Bezirksvertretung und den Moscheebau-Befürwortern ... keinen Gefallen getan.

Und Biedermanni forderte die Bezirksvertretung Ehrenfeld indirekt zur Abwahl Uckermanns auf:

Die Ehrenfelder Bezirksvertreter werden sich überlegen müssen, ob sie geneigt sind, sich künftig von einem stellvertretenden Bezirksbürgermeister vertreten zu lassen, dem von Herrn Oberstaatsanwalt Wolf sozusagen offiziell attestiert worden ist, daß er Probleme mit einem ‚der vornehmsten Menschenrechte überhaupt’ hat, nämlich dem Recht auf freie Meinungsäußerung.

Vielleicht sollte man sich an diese Abwahl-Aufforderung erinnern, wenn man "Pro NRW" (stellvetretender Vorsitz: Biedermanni Rouhs) heute tönen hört:

Der langjährige Ehrenfelder CDU-Vorsitzende und stellvertretende Bezirksbürgermeister schließt sich ... der Bürgerbewegung pro Köln an.
Tja, Biedermanni und Uckermann, eines habt Ihr beide zumindest gemeinsam: Euer beider "Karriere" startete in der Jungen Union. Immerhin, ein Thema für den Gesprächsanfang. Und vielleicht kriegt Ihr ja auch den vom 21. August 2007 datierenden Vorwurf vom Tisch, Uckermann handele "in treuem Kadavergehorsam".


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20.12.07

AUF DEM WEG ZUR 30-PROZENT-PARTEI?

Entgegen anders lautenden Ankündigungen: Noch ist offenbar gar nicht sicher, ob "Pro NRW" überhaupt bei der Landtagswahl antreten wird. Das geht aus einem Interview hervor, das Vorsitzender Markus Beisicht einem rechtsextremen Blatt gab

Er spuckt gerne große Töne, der Markus Beisicht. Die "Bürgerbewegung Pro NRW", so deren Vorsitzender, werde "es mit mathematischer Sicherheit schaffen, bis Ende 2008 stärkste Kraft rechts der CDU in Nordrhein-Westfalen zu werden“ [1]. "Pro NRW" vertrete Positionen, die "in der einheimischen Bevölkerung absolut mehrheitsfähig sind" [2]. Weswegen mit der "Bürgerbewegung" "in der Landespolitik ... zu rechnen" sein werde [3].

Und weiter im Text: Es sei beschlossene Sache, dass "Pro NRW" sich "sowohl an den Kommunalwahlen 2009 als auch an der Landtagswahl 2010 beteiligen" werde. Denn, so Beisicht, "wir sind... von unserem Modell überzeugt, das im Prinzip auf jede andere größere Stadt übertragen werden kann... Wir in Köln sehen uns derzeit bereits bei einem zweistelligen Stimmenpotential - das ist prinzipiell überall möglich!" Beisicht kündigte auch schon "gewaltiges Fanal bei der Kommunalwahl 2009 in Nordrhein-Westfalen" an
[4].

Und nicht der Einzug in den NRW-Landtag ist quasi gebongt, nein, das Ergebnis wird ebenfalls grandios sein. Zweistellig - also zehn, elf Prozent? Ach, was: "... über 30 Prozent der Stimmen! Erfolge, an die pro Köln und die ... Bürgerbewegung pro NRW in Zukunft anknüpfen wollen." [
5]

Doch dann gab Beisicht der rechtsextremen Postille "Nation & Europa" ein Interview [6]. Und siehe da, auf einmal hört sich alles ganz anders an:



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12.11.07

ADE, RENE'!

Emmerich geht, Schöppe kommt

"Pro Köln" hat erneut den Jugendbeauftragten gewechselt: René Emmerich, der
Skinhead-Freund und "Pappkamerad im FDJ-Hemd" (so eine Online-Bekanntschaft der "Pro Köln"-Ratsherrin Regina W.), hat offenbar das Handtuch geworfen. Im "Pro Jargon" heißt es, Emmerich übergebe "sein Amt an den Herausgeber der Schülerzeitung Objektiv und wendet sich seiner neuen beruflichen Herausforderung zu". Gleich zwei Mal wird ihm herzlich gedankt für die "hervorragende Arbeit". Allzu viele (Spät-)Jugendliche bleiben da nicht mehr: Martin Schöppe, neuer Jugendbeauftragter, dürfte ziemlich einsam sein in seinem neuen Amt.

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5.11.07

DER GROßE VORSITZENDE

Da strahlt er wieder: Biedermanni Rouhs, im Amt des Bundesvorsitzenden der "Bürgerbewegung Pro Deutschland" bestätigt. Ihm zur Seite sitzen: Ein Antisemit, ein Möchtergern-Bademeister, der Vater von REPI und – Regina Wilden

Zuletzt musste er leiden: Damit er bei "Pro NRW" mitspielen durfte, sollte Biedermanni zu Kreuze kriechen. Ja, so nickte er ab, "Pro NRW" (Vorsitz: Markus Beisicht) sei wichtiger als "Pro Deutschland" (Vorsitz: Biedermanni). Mitunter wurde er an den Katzentisch verbannt. Seine Leistungen beim Aufbau der "Pro"-Bewegung wurden offensiv herabgewürdigt. Kurz: Biedermanni spielte nicht mehr annähernd die Rolle, die er zu spielen wünscht.

Doch noch ist sein Steckenpferd ja nicht tot, vielmehr hebt "Pro Deutschland" Biedermannis Laune: "Pro Deutschland" könne nun einen "Qualitätssprung" verzeichnen, lesen wir bei "Pro Deutschland". Grund dafür sei die "zweite ordentliche Bundesversammlung", auf der ein grandioser Erfolg zu verzeichnen war: "Im neuen Vorstand sind vier kommunale Mandatsträger aus drei Bundesländern vertreten...". Biedermanni jubiliert obdessen:

"... pro Deutschland dient mit zunehmend sichtbarem Erfolg der Vernetzung zukunftsorientierter, demokratischer Nonkonformisten, die in ihren jeweiligen Regionen bei Wahlen erfolgreich sind."

Und wer ist und bleibt der Boss von "Pro Deutschland"? Na, niemand anderes als Manfred "Biedermanni" Rouhs. Gleichwohl (vier Mandatsträger hin, vier Mandatsträger her) wirkt "Pro Deutschland" auch weiterhin eher wie eine Dame ohne Unterleib. Denn aus den Reihen von "Pro Köln" und "Pro NRW" war neben Biedermanni offenbar nur Regina "Ratsdame" Wilden anwesend.

Auch sie wurde in den Bundesvorstand gewählt. Damit kennen wir auch schon die erste Hälfte der vier Mandatsträger: Biedermanni und Wilden. Wer sind die anderen beiden? Der
Möchtegern-Bademeister Lars Seidensticker und Alfred Dagenbach, als Republikaner in den Rat der Stadt Heilbronn gewählt. Dagenbach ist auch Gestalter des Republikaner-Maskottchens REPI:

Das ist REPI. Wann kommt PROdi?

Soweit zur Qualitätsoffensive durch kommunale Mandatsträger. Im Vorstand sitzt nun auch Peter Werner, ein antisemitischer Verschwörungstheoretiker und ehemaliger NPD-Freund. So wurde er 2003 im NPD-Parteiorgan DEUTSCHE STIMME wie folgt zitiert:

Die wahren Herrscher der BRD heißen nicht Kohl oder Schröder, sondern Großkapitalist, Hochzins-Bankier, Börsenhai, Medienmogul und Rothschild.


Sein Ratschlag:

Wir Wähler sollten diese Agenten und Marionetten der Plutokraten in die Wüste schicken. Wenn NPD oder DVU nicht auf der Wählerliste stehen, dann wählen wir den TSV 1860 München statt der CSU oder den ADAC statt der SPD. Alles klar?

Alles klar, klaro! Mittlerweile plädiert Werner dafür, statt ADAC oder NPD doch lieber die "Pro"-Bewegung zu wählen. Werner ist nämlich Frontmann von "Pro München". Im Vorstand von "Pro Deutschland" ist er für den Bereich "Organisation" zuständig. Zudem ist er Biedermannis Stellvertreter. Ihnen zur Seite sitzt nun Christian Perbandt, der ehemalige REPUBLIKANER-Chef in Niedersachsen.

Ein ehemaliger Kamerad
schreibt über ihn, Perbandt sei "ein Gescheitert[r]", der "am extremistischen Rand" stehe. Mitunter distanziert sich Perbandt immerhin von Stiefelfaschisten, wenn auch lau. Tolles Team, Biedermanni!

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4.10.07

LUSTREISE NACH ANTWERPEN

Warum hat die "Pro"-Bewegung eigentlich eine solch starke Abneigung gegen Muslime? Weil die nicht saufen wie die Tiere - im Gegensatz zu den "Pro"pulisten. Rekonstruktion einer "Lern"-Tour in "die schönste Stadt Europas"

Charlie kommt schwer in's Schwitzen, ist aber nicht aus der Ruhe zu bringen. Der Wirt des Leeuw Van Vlaanderen leistet echte Schwerstarbeit. Der Zapfhahn droht heiß zu laufen. Nur gut, dass Charlie, Ex-Boss der Kneipen Sus Antigoon und Hill Diar, sein Handwerk gelernt hat.



Wir schreiben den 31. August 2007. Rund ein Dutzend "Pro Köln"- und "Pro NRW"-Mitglieder sind nach Antwerpen gereist, um, so Markus Beisicht, "in der schönsten Stadt Europas" zu "lernen". "Lernen", wie man "mit patriotischen Ideen Mehrheiten gewinnen" könne. "Lernen" vom Vlaams Belang, der Schwesterpartei, die im Gemeenteraad der flämischen Metropole zwanzig von 54 Ratsmitgliedern stellt. "Lernen" - so kann man eine Sauftour natürlich auch nennen...



Schon zum Empfang der "Pro"-Delegation wird Bier und Sekt kredenzt. Nicht nur "Pro NRW"-Vize Markus Wiener langt kräftig zu.



Lediglich Rats"dame" Regina Wilden betrachtet das feucht-fröhliche Treiben mit skeptischem Blick. Die Hausfrau, die den weltlichen Genüssen eher abhold ist, umfasst verkrampft ein Buch. Das will und wird sie später Vlaams-Belang-Spitzenmann Filip Dewinter überreichen.



Doch bevor es so weit ist und bevor die Party richtig los geht, wird geredet. Geredet. Geredet! "Pro NRW"-Vorsitzender Markus Beisicht spricht von "einem großen Tag", beschwört die Freundschaft der europäischen Rechtsdraußenparteien und betont: "Wir vertreten das anständige Europa!" Wie gewohnt verhaspelt der langjährige Rechtsextremist sich in seinen bei Freund und Feind gefürchteten Schachtelsätzen.



Das anständige Europa, vertreten durch Rechtsdraußen? Vlaams Belang-Redner Bart Debie setzt noch Einen drunter in Sachen Geschmacklosigkeit: Der verurteilte Ex-Prügelpolizist belobigt das "gute belgische Bier". Nein, beim deutsch-flämischen Patriotentreffen ist man wirklich vor nix fies.



Anlässlich einer "alternativen Stadtführung" regen sich die Alkoholfreunde und Islamfeinde mächtig auf: über einen Döner-Imbiss, zwei Kopftuch tragende Frauen, einen Müllhaufen auf dem Bordstein. Was der guten Stimmung überraschenderweise keinen nachhaltigen Abbruch tut...



So eingestimmt, versacken die selbst ernannten "Populisten" aus zwei Ländern schließlich in jener Kneipe, die den Zweitnamen Beest, Tier, nicht ganz zu Unrecht trägt. Dem Leeuw Van Vlaanderen. Charlie, noch'ne Runde! Prost! Die Tassen hoch! Und los geht's von vorn...










Schließlich tritt die Delegation die Heimreise nach Nordrhein-Westfalen an. Mit einem Bus des des Reiseunternehmens Heeß aus Troisdorf, das ansonsten Urlauber nach Italien und Spanien verfrachtet und Clubreisen organisiert. Der Busfahrer dürfte also Kummer gewohnt sein, wenn auch keine Lustreisenden, die gegen Lustreisen wettern....

Ach ja, die Lustreisen. Drei Tage vor der Antwerpentour war die neue "Pro Köln"-Postille erscheinen. Themenschwerpunkt? Drei Mal dürfen Sie raten!


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26.9.07

DA WÄCHST ZUSAMMEN, WAS ZUSAMMEN GEHÖRT

Bürger der Welt, hört den Triumpfschrei:

Am Dienstag führten Markus Beisicht und Markus Wiener für die Bürgerbewegungen pro Köln und pro NRW im Europaparlament in Straßburg intensive Gespräche mit den Spitzenfunktionären der europäischen Rechtsfraktion ITS (Identität, Tradition, Souveränität). Im Beisein des mehrmaligen französischen Präsidentschaftskandidaten Jean-Marie Le Pen sowie der Europaabgeordneten Andreas Mölzer, Frank Vanhecke, Koen Dillen, Philip Claeys und Luca Romagnoli kam man überein, die politischen Ziele der europäischen Rechtsfraktion tatkräftig unterstützen zu wollen.

Wow! Beisicht und Wiener verhandeln mit den rechtsextremen Riesen des Kontinents, sie sind ihr deutscher Ansprechpartner (nur Biedermanni schmollt in Sülz). Sie spielen gleichberechtigt mit im Konzert der gaaaaanz Großen. Klingt gut, oder? Klingt nach: Bedeutung, Macht, Anerkennung, nicht wahr? Ja, weil ein wichtiges Faktum beschwiegen wird: die Republikaner, NPD und DVU, ebenfalls deutsche Parteien, ebenfalls rechtsextrem, aber größer und stärker als die "Pro"-Bewegung, waren "auch" mit von der Partie.

Die "Pro"-Kader fallen also unter die Kategorie "ferner liefen". Zumal ihr unlängst bejubelter Neuzugang
Dr. Björn Clemens offenbar nicht mehr Teil der "Pro"-Bewegung ist; er unterschrieb eine "gemeinsame Gruppenerklärung" jedenfalls als Privatperson. Lichten sich die "Pro"-Reihen bereits jetzt?

Ach ja, ebenfalls vor Ort: die Nazirocker-, NPD-Führer- und Hooligan-Anwältin Gisela Pahl. Sie leitet das Deutsche Rechtsbüro, dessen prominentestes Mitglied der Alt-Nazi Jürgen Rieger ist. Zu Konflikten zwischen den "Pro"-Demokraten und den Janz-weit-rechtsdraußen-Kameraden kam es offenbar nicht. Jedenfalls wird davon nicht berichtet.



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BIEDERMANNI AM KATZENTISCH



Ich klage an: Biedermanni wird innerhalb der "Pro"-Bewegung offen diskriminiert! Seine Leistungen werden herabgewürdigt, er muss zu Kreuze kriechen, um bei "Pro NRW" mitmachen zu dürfen. Und jetzt - jetzt muss er am Katzentisch sitzen, langweilige Protokolle schreiben, während Sprechpuppe Judith Wolter das große Wort schwingt. Hätte man Biedermanni wirklich in die Ecke verbannen müssen wie einen frechen Schuljungen? Hätte man seinen Tisch nicht an denjenigen des Versammlungspräsidiums rücken können?

Die Botschaft, die ausgesendet wird, ist klar: Manni, Du bist hier nur geduldet. Als Schreibkraft. Und jetzt halt die Klappe!

***

Wenn wir die "Pro"-Funktionäre (neben Biedermanni und Wolter die drei Gebrüder Schöppe sowie Thomas Bendt
) abziehen, sind auf dem Bild genau fünf mir Unbekannte zu erkennen. Unterstellen wir mal, es handelt sich um normale Bürger. Doch was stellt das Foto dar? Na, den "Startschuß in Dormagen". Im "Pro"-Jargon:

Am 25. September fand in Dormagen eine gut besuchte Versammlung der Bürgerbewegung pro NRW statt, bei der die Vorsitzende der Fraktion pro Köln, Rechtsanwältin Judith Wolter, den Grundstein für nonkonforme politische Aktivitäten vor Ort legte.


Und was geschah Bemerkenswertes auf der von fünf Bürgern gut besuchten Veranstaltung? Nun:

Die Versammlung bat den stellvertretenden Vorsitzenden der Bürgerbewegung pro NRW, Daniel Schöppe, die Koordination der Aufbauarbeit in Dormagen zu übernehmen.

Die bittende Versammlung bestand aus fünf Bürgern und sechs "Pro"-Kadern plus einem "Pro"-Fotografen. Kein Wunder, dass die Versammlung einen der "Pro"-Kader in's Amt bat. So kann man natürlich auch eine demokratische Entscheidung inszenieren. Und was sagt der Bericht über Biedermanni? Nun, er sei "ebenfalls anwesend" gewesen. Zweifelsohne, das stimmt. Zu ergänzen wäre noch: Irgendwann fiel das "Pro NRW"-Transparent von der Wand, das zuvor hinter Wolter und Co. gehangen hatte. Dem Stofffetzen, der sich offenbar eine gewisse Restwürde bewahrte, wurde es zu blöd.


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21.9.07

DIE WELT GLAUBT "PRO"PAGANDA

Wie aus zwölf kommunalen Mandatsträgern plötzlich dreißig wurden

Vielleicht sollte man als Journalist nicht einfach Behauptungen von rechtsextremen Organisationen übernehmen. Es könnte sonst passieren, dass man einer Lüge aufsitzt, sie verbreitet und somit plausibel macht.

Aktuelles Beispiel: "Pro NRW"
behauptet, in ihren Reihen seien "über 30 kommunale Mandatsträger aus ganz Nordrhein-Westfalen" aktiv. Die konservative Tageszeitung DIE WELT schreibt (in einem ansonsten nicht schlecht recherchierten Artikel) ab: "... [L]andesweit verfügt 'Pro NRW' bereits über 30 Mandatsträger."

Nüchtern betrachtet sind in den Reihen von "Pro NRW" genau zwölf kommunale Mandatsträger versammmelt: in Köln fünf Ratsherren und Ratsdamen von "Pro Köln" und sechs Bezirksvertreter, wenn wir die Ratsleute, die zugleich Bezirksvertreter sind, nicht doppelt zählen. Denn Biedermanni ist ja nicht zwei Mandatsträger, weil er im Stadtrat und in der Bezirksvertretung Nippes dummes Zeug erzählt.

Hinzu kommt der Gelsenkirchener Stadtrat Kevin Gareth Hauer, einst für die Republikaner angetreten, dann zu "Pro NRW" übergelaufen. Macht also exakt ein Dutzend kommunale Mandatsträger. Das sind immer noch zwölf zu viel, aber 18 weniger als 30.

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14.9.07

"PRO NRW"-VORSTAND LÄDT MICH ZUM ESSEN EIN

Denn Andreas Akwara will "Pro NRW nach 'Links' ... lenken", um dann im Anschluss den Weltfrieden zu retten. Seine Bitte an mich: "Helfen Sie mit diesen Weg zu gehen. Er ist steinig und schwer." Und er meint all das keineswegs ironisch...

Herrje, mit Andreas Akwara hat Biedermanni sich ja einen tollen Kameraden angelacht! Sie erinnern sich vielleicht: Andreas Akwara, der Mann, der eine bessere Welt durch gemeinnützige Windeln erstrebt. Der Boss der Ein-Mann-"Bürgerbewegung Duisburg", die in Duisburg wirklich niemand kennt (und ich habe mit manchem Kenner der dortigen Politszene telefoniert!)

Unlängst jubelte Biedermanni, weil Akwara "pro NRW beigetreten" ist. Und in den "Pro NRW"-Vorstand wurde Akwara auch prompt gewählt. Wenn der Jubel mal nicht zu früh kam...


Pardon, aber beim Schreiben dieser Worte muss ich wirklich aufpassen, mir nicht vor Lachen die Hosen einzunässen. Akwara hat mich kontaktiert. Per Email. Ich schickte ihm daraufhin einen Brief. Per Schneckenpost an seine Duisburger Wohnung; um sicherzustellen, dass der Email-Schreiber auch wirklich derjenige ist, der er vorgibt zu sein. Was soll ich sagen: Akwara war's tatsächlich. Insgesamt vier Emails schrieb er mir. In der Letzten schlug er gar ein gemeinsames Mahl vor [4]:

Ich lade Sie gerne zum essen ein und dann erkläre ich Ihnen was genau in mir vorgeht und warum ich davon überzeugt bin das richtige zu machen.

Doch nicht nur ich, auch Biedermanni Rouhs wurde von Herrn Akwara kontaktiert [2]. Nun ist es amtlich: Biedermanni liest das Biedermanni-verliert-Blog! Denn, so versicherte Akwara mir:

Ich habe auch gestern Herrn rouhs mit den Inhalt Ihrer Seite konfrontiert. Er kannte den Inhalt.

Tja, an seinem Duisburger Statthalter wird Biedermanni noch viel Freude haben. Denn Akwara liegt nur halb auf der Linie von "Pro NRW", ist aber mit einem hohen Sendungsbewusstsein ausgestattet [2]:

Meine Arbeit wird es sein, die Schnittmenge aus den Kapitalismuskritischen Linken mit den Wertkonservativen Patrioten aufzubauen. ... Somit ist es folgerichtig zunächst eine Partei wie Pro NRW nach "Links" zu lenken.

Und Akwara fährt fort [2]:

Ebenfalls das erstarken des Kommunismus wird so entgegengetreten. Indem eine REALE Alternative für Kapitalismusgegner angeboten wird. Vor diesem Hintergrund sehe ich meine Arbeit bei Pro NRW.

In einer anderen Mail [3] schreibt er mir schließlich:

Sie wollen Rechtsextremismus bekämpfen- ich auch! [...] Wenn meine Arbeit in Pro NRW zu einem Linksruck führt, und das wird es, dann habe ich doch viel bewegt.

Na, das mit dem Linksruck bei "Pro NRW" wird wohl nix werden. Aber vielleicht kann Akwara ja wenigstens den Weltfrieden retten. Jedenfalls versetzt er sich schon einmal in die Rolle des US-Präsidenten "Busch" [3]. Und legt dar, was er an dessen Stelle besser gemacht hätte. So würde er sich, sagt Akwara, mit Saddam Hussein zu einem Abendessen getroffen und ihm erklärt haben, "das wir nicht seine Feinde sind". Zu spät! Auch nach Saudi-Arabien und Iran wäre er an Bushs Stelle geflogen, denn: "Nur durch dialog kann ich was bewegen."

Durch Dialog - und durch Sport. Wobei Akwara ganz nebenbei den Weltfußballverband überflüssig machen will [3]:


Fußballtniere [gemeint sind "Fußballturniere", demokrat4711] würde ich organiseren USA gegen Iraq, Iran, etc in den USA und dann dort etc etc

Schließlich fleht Akwara mich an: "Helfen Sie mit diesen Weg zu gehen. Er ist steinig und schwer." [3] Das steht in der Tat zu befürchten. Eine Mail später schreibt er: "ich freue mich auf den Dialog und ich überlege mir sogar wie ich mit Linken in Kontakt treten kann um dort Gespräche vorzubereiten." [4]

Offen gestanden: Ich war einem Dialog durchaus nicht abgeneigt, bot Akwara ein Interview an, "in dem Sie Ihre Positionen darlegen können" [5]. Leider blieb Akwara die Antwort auf unter anderem folgende Fragen bisher schuldig:

3. Sie schrieben mir: „Wenn vieleicht Herr Rouhs mal Fehler in seiner Jugend begangen hat, ist das nicht mein Problem. Mir gegenüber ist er immer anständig geblieben.“ [1] Welche Erfahrungen haben Sie konkret mit Herrn Rouhs gemacht?

4. Herr Rouhs blickt auf eine langjährige politische Karriere zurück: nach Zwischenstationen bei NPD, „Republikanern“ und „Deutscher Liga für Volk und Heimat“ landete er schließlich in der „Pro“-Bewegung. Welche der genannten Parteien würden Sie, Herr Akwara, als rechtsextrem bezeichnen? Und: Sind all diese Engagements Jugendfehler?

6. Sie versuchen, Ihre Positionen unter Hinweis auf „den Juden Ralph Giordano“ [1] zu untermauern. Giordano jedoch bezeichnete „Pro Köln“ als „lokale zeitgenössische Variante des Nationalsozialismus". Wie geht das zusammen?

7. Neulich begrüßte „Pro NRW“ den Solinger Unternehmer Günther Kissel als neuen Bundesbruder, einen Holocaustleugner. Haben Sie dabei ein gutes Gefühl?

8. Sie schreiben: „Wir können es uns nicht leisten, das eigene Volk in 'gut und böse' aufzuteilen. Das ist alleine Gottes Aufgabe.“ [1] Sehen das die Schari'a-Freunde nicht ganz ähnlich?

11. Die Mehrheitsverhältnisse im nächsten Landtag könnten unübersichtlich werden, wenn neben CDU, SPD, FDP und Grünen auch „Pro NRW“ und Linkspartei in's hohe Haus einziehen. Neue Koalitionsmodelle könnten, müssten vielleicht sogar sehr schnell auf die Tagesordnung gesetzt werden. Vorab: Welche „Pro NRW“-Funktionäre wären denn gegebenfalls ministrabel?

12. Für die Kampagne „Deutsch ist geil!“ klaute „Pro Köln“ das Foto eines tschechischen Pornomodels von einer holländischen Homepage. Werden Sie darauf drängen, dass die Dame für ihre unfreiwilligen Dienste endlich anständig entlohnt wird?
Seufz! Ob er wohl noch antworten wird? Hoffentlich! Denn: Ich will mehr Sätze lesen, die von hohem Sachverstand und ausgeprägtem Geschichtsbewusstsein zeugen; mehr Sätze wie denjenigen, der mit den Worten "Als die NAZIS 1932 an die Macht kamen" [1] beginnt.


Quellen:

[1] Akwara-Email vom 10.9.2007, Betreff: "Grüß Gott". Dokumentiert: hier
[2] Akwara-Email vom 11.9.2007, Betreff: "Blog Eintrag II". Dokumentiert: hier
[3] Akwara-Email vom 13.9.2007, Betreff: "Sie und meine Wenigkeit". Dokumentiert: hier (Teil 1) und hier (Teil 2)
[4] Akwara-Email vom 14.9.2007, Betreff: "Re:Sie und meine Wenigkeit". Dokumentiert: hier
[5] Demokrat4711-Brief vom 11.9.2007, Betreff: "Interview". Dokumentiert: hier

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4.9.07

GEMEINNÜTZIGE WINDELN, BESSERE WELT

Erneut zeigen sich Biedermannis Kameraden nicht sehr wählerisch bei der Wahl ihrer Mitstreiter. Diesmal haben sie einen Wirrkopf und funktionalen Analphabeten zum "wichtigen Mitstreiter" erkoren. Der unterstützt nebenbei auch die Konkurrenz der "Pro"-Bewegung

Laut Eigenaussage hat "Pro NRW" neue Mistreiter gewonnen. Nun ja: zumindest einen. Diesmal im tiefsten Ruhrpott:

Andreas Akwara, Vorsitzender der Bürgerbewegung Duisburg, gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Kandidatur der Bürgerbewegung pro NRW bei der Landtagswahl 2010...

Wer ist dieser Andreas Akwara? Wohnhaft in Duisburg, dort als Musiker mit Hang zu überzogenem Eigenlob tätig, betreibt der 42-Jährige in Ratingen die Ambulante Krankenpflege A. Akwara. Jeder braucht halt einen Brotberuf! Seine "Bürgerbewegung Duisburg", die den Zusatz "Sozialkapitalistische Arbeiter Bewegung" trägt, obwohl er Kleinunternehmer ist, scheint ein Eigengewächs zu sein. Ideologisch ist sie nicht an die "Bürgerbewegungen" wie "Pro Köln" oder "Pro NRW" angelehnt.

Nein,
Akwaras Programm ist noch wirrer. So schwafelt er ohne Sinn und Verstand und ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Zeichensetzung:

Das umfassendste Problem unserer Gesellschaft ist die Gesellschaftsform an sich. Jegliche Korrekturen am bestehendem politischen System sollte zuerst die Frage nach deren Notwendigkeit für das Gesamtbild der Gesellschaft lösen. Somit ist es klar, daß eine zukunftsweisende Bewegung zunächst diese Frage beantworten sollte um daraus logische Schlußfolgerungen für die politische Arbeit finden zu können. Dies ist die Grundlage für die Politik aus einem Guß.

Den Guß möchten Sie sehen? Dessen originellster Bestandteil ist die brillante Idee, dass nicht nur Vereine, sondern auch Waren (beziehungsweise: "Wahren") gemeinnützig sein sollen. Akwara:

Als Gemeinnützig sind u.a. folgende Artikel zu nennen (ausgenommen jeweilige Luxusartikel z.B. Kaviar bei Fischprodukte):

Teigwahren (Brot, Brötchen, Kuchen etc)
Milchprodukte
Obst und Gemüse
Fleisch-/ Fischprodukte
Kartoffel
Strom, Gas und Wasser.
Einfache Gastronomien
öffentliches Verkehrsnetz
Wohnungsbau für Familien und Sozialwohnungsbau
Medikamente
Hilfsmittel für Gesundheitsfürsorge
Windeln.
Einfache Textilprodukte.

Natürlich will der "Teigwahren"-Experte nicht nur Duisburg retten. Und nicht nur Deutschland. Nein, in seinem Visier steht der ganze Planet. Der soll am deutschen Wesen genesen. Im O-Ton:

Wir haben den Traum, dass ausgehend von Deutschland dieses Schule macht und das die Mehrheit der Bürger an der Umsetzung einer solchen Gesellschaftsform beteiligen, auf dem Boden unseres Grundgesetzes und unserer Verfassung.

Und, so macht der neue Mistreiter von Rouhs, Beisicht und Co. unmißverständlich klar:

Dadurch könnte unsere Welt eine bessere Welt für alle werden.


Ach ja, zu allem Überfluss wirbt der wichtige "Pro NRW"-Unterstützer auch noch für die Konkurrenz:

Die BürgerBewegung- Duisburg unterstüzt ... Parteien welche für geeignet erachtet werden ... Die Partei Rechtsstaatliche Offensive (Offensive D) ist eine solche Partei. ... Deshalb wird die Arbeit dieser Partei eng mit der Arbeit unserer Bewegung verzahnt.


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29.8.07

FLEISCH VOM SELBEN FLEISCHE

Größenwahn unter verfeindeten Geschwistern: "Pro"-Bewegung und NPD streiten sich darum, wer der wahre Bund Deutscher Mädel ist

13 Prozent der Deutschen könnten sich laut einer emnid-Umfrage vorstellen, eventuell eine Partei rechts von der CDU zu wählen. Die "Bürgerbewegung Pro NRW" erklärt dazu:

13 Prozent für eine patriotische Opposition!

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa sind mindestens 13% der Deutschen bereit, bei der nächsten Wahl einer politischen Kraft rechts des etablierten Parteienspektrums ihre Stimme zu geben. ...

Besonders erfreulich ist auch die Erkenntnis der Meinungsforscher, wonach das Bedürfnis nach einer patriotischen Opposition quer durch die gesamte Bevölkerung stark ausgeprägt ist - bei beiden Geschlechtern sowie allen Altersklassen und Berufsgruppen. Dem gern verbreiteten Klischee, nur ein kleines, nahezu ausschließlich aus jungen Männern bestehendes Häuflein von "Extremisten" würde sich zu freiheitlichen Positionen bekennen, ist damit der Boden entzogen. ... Pro NRW setzt alles daran, dieses Potential auszuschöpfen.

Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) zum selben Thema:


14% der Frauen würden national wählen


Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Emnid ... schließen 14% der Frauen und 9% der Männer nicht aus, bei der nächsten Landtagswahl für eine nationale Partei wie der NPD zu stimmen.

Insgesamt waren es 12% der Befragten, in Mitteldeutschland sogar 15% - 11% in Westdeutschland.

Dieser Umfragewert bestärkt nicht nur die NPD, sie zeigt auch deutlich, wie wichtig Frauen für die nationale Opposition sind! ... Der Ring Nationaler Frauen ruft alle deutschen Frauen auf, national zuwählen - NPD zu wählen!


Werden NPD und "Pro"-Bewegung also demnächst zwei mal 13 Prozent der Stimmen abgraben? Oder müssen die beiden Parteien ein Mal 13 Prozent unter sich aufteilen? Beides nicht. Denn:

Wählen bald 13 Prozent rechtsextrem?

... Auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa bestätigt das rechte Potenzial... Demnach sind sich zwei Prozent der Wahlberechtigten bereits sicher, bei der nächsten Wahl einer rechtsextremen bzw. neonazistischen Partei ihre Stimme zu geben, das entspräche dem Stimmanteil der Rechtsaussenparteien bei der letzten Bundestagswahl.

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20.8.07

"PRO NRW" ANGELT NAZI-OPA

Drift nach gaaanz rechts: "Pro NRW" lässt sich mit einem (millionenschweren) Holocaustleugner ein

Jubel bei der "Bürgerbewegung Pro NRW": glaubt man deren Propaganda, hat sie einen fetten Fisch an der Angel.
O-Ton "Pro NRW":

Der bekannte Solinger Unternehmer Günther Kissel ist heute der Bürgerbewegung pro NRW beigetreten. Kissel, ein langjähriger Unterstützer der patriotischen Bewegung in ganz Deutschland, will künftig die Aktivitäten von pro NRW nach besten Kräften fördern.

Wer ist der Mann? Das ARD-Politmagazin Panorama berichtete 1996:

Wer ist Günther Kissel? Der größte Baulöwe von Solingen, aber auch ein notorischer Rechtsradikaler.

Ein Werbevideo des Nazis Thies Christophersen, einer von Kissels Freunden. Bekannt ist Christophersen für die Verbreitung der sogenannten Auschwitzlüge. Doch Kissel hält ihn für einen "honorigen und außerordentlich charaktervollen Menschen".

Christophersen wird momentan wegen solcher braunen Hetze per Haftbefehl gesucht, früher saß er schon im Gefängnis. Kissel forderte die Freilassung - nicht nur für ihn, sondern das Ende der Haft für alle Naziverbrecher. ... In einem Neonaziblatt nennt auch Kissel selbst den Holocaust eine "6-Millionen Behauptung". "Nach meinem Empfinden kann es nicht mehr lange dauern, bis das gesamte Lügengebäude zusammenbricht und die Handlanger des Zionismus in Bonn ihre Koffer packen können."

Wie "Pro NRW" schon sagte: Kissel ist "ein langjähriger Unterstützer der patriotischen Bewegung in ganz Deutschland". Distanzierung von dem Holocaust-Leugner: Fehlanzeige. Dieser Fakt lässt Rückschlüsse zu auf den innerhalb der "Pro"-Bewegung tobenden Machtkampf: Offenbar gewinnt Markus Beisicht immer mehr die Oberhand. Biedermanni Rouhs war schließlich in den letzten Jahren meist darauf bedacht, den Bürgerbewegungen in Stadt, Land und Bund ein halbwegs seriöses Image zu geben. Was zumindest halbgare Distanzierungen von offen bekennenden Nazis einschloss.

Freuen wird sich "Pro NRW"-Kassierer Markus Wiener: denn Kissel ist der größte Bauunternehmer Solingens. Da dürfte nun der eine oder andere Tausender in die Kassen der Rechtsdraußen fließen. Und wie steht es ansonsten um die "besten Kräfte", mit denen Kissel "Pro NRW" unterstützen will? Damit dürfte es nicht mehr so weit her sein: der Mann ist um die neunzig Jahre alt.

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17.8.07

RADIKALER SINNESWANDEL

"Pro Köln" setzt mal wieder auf das schlechte Gedächtnis seiner Klientel

Wie hatte sich "Pro Köln" über die DITIB-Einladdung vom 24. Mai gefreut: "Überraschende Wende im Großmoschee-Streit", tönten Biedermanni und Co., und: "DITIB ersucht um Gespräch mit der Bürgerbewegung pro Köln". Markus Beisicht, der "Pro Köln"-Vorsitzende, erklärte: "Wir begrüßen dieses Gesprächsangebot und haben der DITIB bereits unsere prinzipielle Bereitschaft zum Dialog mitgeteilt." Kein Wunder, denn dieser Dialog hätte "Pro Köln" aufgewertet: Man wäre zu einem Akteur aufgestiegen, mit dem man reden muss, zumindest kann.

Wie bitter entäuscht waren die Rechtsextremisten, als DITIB sein Gesprächsangebot zwei Tage später zurückzog. "Pro Köln"-Sprechpuppe Judith Wolter damals: "Völlig überraschend haben wir auf dem Wege einer Pressemitteilung vom plötzlichen Sinneswandel der DITIB-Verantwortlichen erfahren, während wir noch telefonisch über den genauen Termin des Besuches verhandelt haben.“

Überschrieben war die Meldung auf der "Pro Köln"-Homepage mit den Worten "Dialogverweigerung statt offener Diskussion". Wohl gemerkt: Ein Vorwurf an DITIB. Nun (so ändern sich die Zeiten!) erklärt Markus Beisicht:

Recht hat Giordano auch, wenn er feststellt, bei einem Gespräch mit DITIB-Vertretern könne ‚nichts anderes herauskommen, als der Austausch gegenseitig bekannter, aber unvereinbarer Meinungen’. Giordano zieht daraus die einzig richtige Schlußfolgerung: ‚Deshalb, und wegen der gleich eingangs genannten Gründe, werde ich, noch einmal, Ihrer Einladung nicht folgen.’

Auch hier gehen Giordano und pro Köln konform: Wir haben ebenfalls mit der DITIB keinen Schein-Dialog geführt ...
Erst suchten sie den Dialog aus machtpolitischen Erwägungen, dann waren sie enttäuscht, als der Dialog abgebrochen wurde. Nun lehnen sie den Dialog ab. Für alle Zeiten - auch die Vergangenheit. Als wäre nie etwas gewesen.


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20.7.07

BERNIEBÄR, DER BOSS DES BOSSES

Hand in Hand für den Mittelstand: Klaus Oehme und Bernd Schöppe, einziges Mitglied respektive Sprecher des "Arbeitskreises Aktiver Mittelstand"

Jetzt ist es soweit: die "Pro"-Bewegung hat ihren ersten Weltrekord aufgestellt! Am gestrigen Donnerstag wurde aus ihren Reihen die kleinste Unternehmerlobby aller Zeiten gegründet. Sie nennt sich "'Arbeitskreis Aktiver Mittelstand' im Rahmen der Bürgerbewegung pro Nordrhein-Westfalen". Und umfasst exakt exakt zwei Personen: einen Sprecher und ein einfaches Mitglied.

Der AK-Sprecher ist niemand anderes als Bernd M. Schöppe, Lesern dieses Blogs unter seinem Spitzamen Berniebär bekannt. Über ihn heißt es in einer Pressemitteilung zur AK-"Gründungsversammlung":

"Der 35jährige selbstständige Mediendienstleister ... kennt die Probleme des Mittelstandes in Nordrhein-Westfalen aus eigener Erfahrung."

Das kann man in der Tat fast so sagen. Denn Berniebär verweist auf der Homepage seines "Medienservice Bernd M. Schöppe" auf exakt ein Referenzprojekt. Ansonsten erledigt er die Layout- und Druckarbeiten von "Pro Köln". Er hat also offenbar genau zwei Kunden. Kein Wunder, dass er da nur einen Gelegenheitsarbeiter beschäftigen muss: Manfred "Biedermanni" Rouhs.

Bernd Schöppe leitet also einen 1,5-Mann-Betrieb. Und damit das kleinste mittelständische Unternehmen aller Zeiten. Hurra, schon wieder ein Weltrekord!

Siehe auch: ZWEI FÜHRER FÜR BERNIBÄRCHEN

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