24.3.08

AKWARA TRÄUMT VOM BUNDESTAG

Wird seine "Bürgerbewegung Duisburg" zum Machtfaktor in ganz Deutschland?

Ab einer Zahl von mindestens 100.001 Mitgliedern will Andreas Akwara seine "Bürgerbewegung Duisburg" richtig groß raus bringen. Der ehemalige "Pro NRW"-Vorstand Akwara schreibt:




100.001 Mitglieder? Nun, das wird schwierig werden für die bisherige Ein-Mann-Partei. Es sei denn, jeder fünfte Duisburger würde ihr beitreten. Oder aber die "Bürgerbewegung Duisburg" nähme künftig auch Mitglieder aus Essen, Bochum, Hattingen, Regens-, Flens- und Magdeburg auf.

Doch auch dann wäre die Herausforderung durchaus keine geringe, vor allem, wenn man bedenkt, dass viele Konkurrenzparteien deutlich weniger Mitglieder aufweisen. Um nur die Wichtigsten zu nennen:


  • Die Linke (71.000)
  • FDP (64.100)
  • Bündnis 90 / Die Grünen (44.700)
  • Partei Bibeltreuer Christen (4.100)
  • Tierschutzpartei (1.089)
  • Pogo-Partei (1.473)
  • Die Violetten – für spirituelle Politik (853)
  • Piratenpartei Deutschland (700)
  • "Pro Köln" (364)

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18.3.08

“FRIEDENSPAKT” ZWISCHEN NPD UND "PRO NRW"?

"Pro NRW"-Boss Markus Beisicht und sein ungeliebter Stellvertreter Biedermanni Rouhs: Neonazis diskutieren den Nutzen der beiden "Pro"tagonisten für die extreme Rechte

Im Neonazi-Forum Altermedia wird mal wieder über die "Pro"-Bewegung diskutiert. Konkret: über die für das "nationale Lager" kontraproduktive Konkurrenz zwischen "Pro NRW" und NPD. Motto: "Muss das sein? – NPD vs. pro Köln". Interessant sind einige Aussagen des Kommentators "Rheinländer". Der Neonazi schreibt:

Sicherlich hat (”Bieder-”)Manni Rouhs schon seit Jahren gegen die NPD geschossen. Bei Beisicht ist dieses systematische Distanzieren von der NPD erst gekommen, als die NPD-NRW versucht hat, die Pro-Bewegung [zu] attackieren.


Das ist auch meine Einschätzung. Biedermanni ist, verglichen mit Beisicht, halt der weniger unkluge Taktiker. "Rheinländer" weiter:

Die einzige vernünftige Alternative bestünde darin, daß in NRW die NPD und die Pro-Bewegungen eine Art “Friedenspakt” schließen, indem man sich nicht in die Quere kommt. Keine Hetze von Pro NRW und keine Sabotageakte von der NPD-NRW.


Nun ja, die Forderung mag aus rechtsextremer Sicht sinnvoll sein. Jetzt wird's interessant. "Rheinländer", offenbar ein Insider, fährt fort:

Aus internen Pro-Kreisen ist hören, daß z.B. Anfragen ..., ob die Pro-Bewegung zur nächsten Landtagswahl in Sachsen Schützenhilfe leisten könnte, negativ beantwortet worden sind mit dem Hinweis auf die bereits vorhandene NPD-Fraktion.

Offenbar sind sich die "Pros" einig, der NPD nicht in die Quere kommen zu wollen. Schließlich kommentiert "Rheinländer":

Markus Beisicht mag kein charakterlich toller Mensch sein, aber durch Pro Köln ist nach NRW Bewegung gekommen. Sich in den Elfenbeinturm der Radikalität zu verziehen, halte ich für keine gute Option. Die Bevölkerung von NRW muß mindestens schrittweise für Themen wie Verausländerung, Selbstbedienungsmentalität der etbalierten Politikerriege etc. pp. sensibilisiert werden.

"Pro NRW" als vermeintlich "weiche" Einstiegsdroge? Darauf setzt der harte Neonazi "Rheinländer". Kamerad "Martin", auch er offenbar gut informiert, ist da skeptischer:

Vieles wurde schon von Markus Beisicht angekündigt, was sich später als falsch erwies.
"Martin", der von sich behauptet, ein Mitarbeiter der französischen "Pro"-Kameraden des Front National zu sein, resümiert:

Was den politischen Wert von Pro Köln/Pro NRW angeht, so muss man erst einmal die Zukunft abwarten, denn im Gegensatz zur NPD hat diese Partei ausserhalb Kölns noch nichts zuwege gebracht ... Politische Instabilität à la Beisicht und Rouhs ist auf Dauer kein Garant für politischen Erfolg.


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4.3.08

SCHLECHT ABGESCHRIEBEN

Kann nicht mal einen inhaltlich inkorrekten BILD-Zeitungs-Artikel korrekt zusammenfassen: "Pro NRW" (schwer empört)

Meine Güte, welch' eine herzzerreißende Story hat die BILD-Zeitung uns da
gestern aufgetischt:

Schweinerei!
Junge bestraft: Er spendierte Moslems Würstchen


Pro NRW ist heute, also erst einen Tag später, sogar noch ein Stück weit empörter als das Blatt mit den großen Buchstaben:

So langsam platzt jedem vernunftsbegabten Menschen in Deutschland der Kragen und zwar ebenso gründlich wie nachhaltig. Weil ein kleiner Junge in der Schule sein Würstchen als Pausenbrot mit einem Klassenkameraden teilen wollte, der zufällig Moslem war, soll der Bub nun bestraft werden.

Schlimm! Ist es schon so weit gekommen? Nicht ganz. Denn erstens stimmt "Pro NRW"-Variante nicht überein mit derjenigen der BILD. Und zweitens hat BILD nur eine Variante der Story erzählt. Diejenige der Mutter des bestraften Jungen. Alle anderen Varianten finden Sie hier.

Fazit: Junge baut Mist. Wird mild bestraft. Mutti ist empört. BILD übernimmt Muttis Darstellung. "Pro NRW" schreibt bei BILD Muttis Darstellung ab. Und kriegt nicht mal das ordentlich hin.
So schaut sie aus, die "knallharte Lobbyarbeit für die einheimische Bevölkerung".


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2.3.08

"PRO MÜNCHEN": 0,9 PROZENT

Das „Erfolgsmodell pro Köln“ hat bekanntlich
viele Freunde und Nachahmer gefunden...
Geradezu prädestiniert für eine Übernahme
unserer Inhalte und unseres Konzeptes war ...
die bayerische Landeshauptstadt München.



Was haben SPD, CSU, die Grünen und die FDP, was haben "Die Linke", die Bayernpartei sowie die Rosa Liste, was haben nicht zuletzt Ökologisch-Demokratische Partei, Freie Wähler und "Bürgerinitiative Ausländerstopp München" miteinander gemein?

Erstens: Für gewöhnlich recht wenig.

Zweitens: All diese Parteien erzielten bei der Kommunalwahl in der bayrischen Landeshauptstadt
bessere Stimmergebnisse als die "Bürgerbewegung Pro München".

Elfter und damit letzter Platz

Mit 0,9 Prozent schnitt "Pro München" schlechter ab als die gesamte Konkurrenz. Selbst der nächst schlechteste Gegner, die ÖDP, konnte fast anderthalbmal so viele Stimmen auf sich vereinen. Der ÖDP-Slogan "Orange wählen!" zog mehr Wähler in seinen Bann als das Geblubber des "Pro Köln"-Imitats. Vielleicht sollte die Münchener "Pro"-Kameraden es beim nächsten Mal mit der Parole "Pfirsich wählen" probieren...

Nicht von der Schwäche der CSU profitiert

"Pro München" konnte nicht von der Schwäche der CSU profitieren, die auch in München ein sauschlechtes Ergebnis erzielte. Die vielen von der CSU enttäuschten Wähler mochten in "Pro München" keine (Protest-)Wahlalternative sehen. Sie blieben lieber zu Hause. Unter der Wahlverweigerung habe die CSU "am meisten ... gelitten", meint denn auch Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel.

Hetzen ist Silber, Schweigen ist Gold

Auch die Kampagne gegen die geplante "demonstrative" Moschee im Stadteil Sendling nutzte "Pro München" wenig: selbst in Sendling konnten die Rechtsdraußen die Ein-Prozent-Grenze nur knapp überschreiten.


Absolute "Pro München"-Hochburg ist der Stadteil Laim, zu dessen Sorgen und Nöten die gescheiterten Kameraden kein einziges Wort geäußert haben. Öfter mal die Klappe halten könnte ein stadtweites Erfolgsrezept werden, das immerhin für 1,5 Prozent der Stimmen gut ist. Jedenfalls bei geringer Wahlbeteiligung.




Unterstützung aus Köln? Nicht im Stadtrat!

0,9 Prozent! An fehlender Unterstützung aus Köln kann's nicht gelegen haben. Denn es waren, wie "Pro Köln" Mitte Januar tönte, "die Bemühungen der rührigen Münchner Patrioten ... auch von freiwilligen Helfern aus Köln" unterstützt worden. Unter anderem die "Pro"-Reisekader Judith Wolter, Markus Wiener, Biedermanni Rouhs und Bernibär Schöppe waren gen Süden geeilt.

Im Juni 2007 hatte Wolter das "Erfolgsmodell pro Köln" in München vorgestellt, das "von den Münchner Patrioten mit großem Einsatz" umgesetzt worden sei.

Allerdings mit nicht allzu großem Erfolg: Sage und schreibe zehn Parteien werden im künftigen Münchener Stadtrat vertreten sein. "Pro München" zählt, im Gegensatz zur NPD-Tarntruppe
"Bürgerinitiative Ausländerstopp München", nicht dazu.

Biedermanni: "Sehr gute Arbeit geleistet", "weit hinter den Möglichkeiten" geblieben

Biedermanni Rouhs setzt derweil in seiner Eigenschaft als Bundesvorsitzender der "Bürgerbewegung Pro Deutschland" auf einen kruden Mix aus Zweckoptimismus und Resignation. Das Wahlergebnis liege "weit hinter den Möglichkeiten einer zukunftsorientierten patriotischen Bürgerbewegung".

Deren Wählerpotential sei "nach seriösen Meinungsumfragen im zweistelligen Bereich zu verorten".

Ausdrücklich lobt Biedermanni seine Münchener Kameraden:


Rüdiger Schrembs, der Vorsitzende von PRO MÜNCHEN, hat mit seiner Mannschaft eine sehr gute Arbeit geleistet, die richtigen Themen angesprochen und mit mehreren Ausgaben einer hervorragend gemachten Wahlzeitung das Gros der Münchner Haushalte erreicht.
"Indesessen", grummelt Biedermanni jedoch sodann, "das reicht offensichtlich nicht." Was denn, Manni, was denn?

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14.1.08

"PRO" IST BÄH!

Die "Pro"-Bewegung schlägt weiterhin republikweit Wellen, und zwar: Distanzierungs-Wellen. Nun hat sich die Darmstädter Stadtrats-Fraktion "Pro Darmstadt/Die Frauen" umbenannt, um sich auch in der Namenswahl von rechtspopulistischen Gruppierungen wie "Pro Köln" abzugrenzen. Das berichtet die südhessische Tageszeitung ECHO.

Künftig werde die Fraktion dem Blatt zufolge "Alternative Darmstadt" heißen und den Namenszusatz "Kompetent, kritisch, konstruktiv" führen. Der Fraktionsvorsitzende Georg Hang sagte laut ECHO, man habe nicht bedacht, dass die Bezeichnung "Pro" andernorts für politische Gruppierungen schon in Gebrauch sei.

Hang: "Wir waren auf gut deutsch total blauäugig." Immerhin: die Darmstädter sind dergestalt mit einem blauen Auge davon gekommen.

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13.1.08

ALLES EIN WENIG KOMPLIZIERTER

Könnte sein, die Welt ist nicht ganz so schwarz und weiß, wie Biedermanni und Konsorten behaupten

Der Journalist Mark Terkessidis räsoniert im FREITAG darüber, "dass in Deutschland drei Millionen 'Muslime' leben, die alle Anhänger 'des Islam' sind." Für Terkessidis ein Klischee, denn:
Nicht nur werden so alle Atheisten türkischer, arabischer oder iranischer Herkunft simpel zu Muslimen erklärt, auch die erheblichen Unterschiede im Glaubensbekenntnis werden eingeebnet.

Auch in den "jüngsten Versuchen, den Stand der 'Integration' und damit auch das Radikalitätspotential 'der Muslime' zu ergründen", würden Differenzen ausgeblendet, meint Terkessidis.

Derweil klärt uns ein gewisser "Pinchador" im Islamhasser-Weblog POLITICALLY INCORRECT darüber auf, dass auch die"Islamkritiker" nicht über einen Kamm zu scheren seien. Die Szene gliedere sich auf in Konservative, Liberale, Christen, Ex-Muslime, Feministen sowie Schwule und Lesben. Kein sehr intellektueller Beitrag, aber immerhin: die Klassifizierung ist nicht gänzlich unsinnig. Womit das in diesem Milieu übliche Niveau deutlich überboten wird.


Links:

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21.11.07

BIEDERMANNIS DENKFOUL

Biedermanni geifert: "Fußball-Spielfelder bevorzugt für Zuwanderer", klagt er. Und moniert: "Fußball-Spielplätze entstehen in Deutschland bevorzugt dort, wo der Ausländeranteil hoch ist."

Fußball-Spielfelder bevorzugt für Zuwanderer? Tja, Biedermanni, vielleicht ist das gar nicht mal so irrational. Schauen wir uns einfach mal den Kader der deutschen Fußballnationalmannschaft der Herren, Abteilung Sturm, an:


Mario Gómez ist Sohn eines aus Granada stammenden Spaniers und einer Schwäbin. Aushilfs-Kapitän Miroslav Klose wurde als Mirosław Kloze in Oppeln, Polen geboren. Auch Lukas Podolski hatte zunächst einen noch polnischeren Namen (Łukasz Podolski); kein Wunder, Prinz Poldis Wiege stand in Gliwice. Oliver Neuville erblickte im Schweizer Kanton Tessin das Licht der Welt, besaß zeitweilig neben dem deutschen auch einen italienischen Pass.

Und Mike Hanke? Ist Westfale und damit der einzige Nicht-Zuwanderer im deutschen Nationalsturm. Und hat in seinen zwölf Länderspielen erst ein Tor geschossen.

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13.11.07

ÄRGER WEGEN STRAßBURGER TREFFEN: "PRO"-BEWEGUNG SCHWEIGT



Das
Straßburger Treffen europäischer Rechtsdraußenparteien vom 25. September schlägt hohe Wellen. Diesmal im Osten der Republik: Der Leipziger Honorarprofessor Michael Vogt, der an der Zusammenkunft teilgenommen haben soll, hat mächtig Ärger. Das berichtet SPIEGEL ONLINE. Vogt musste alle seine Seminare absagen. Kritiker fordern, dass er nicht mehr lehren dürfe. Vogt bestreitet seine Teilnahme. Und behauptet, "rassistisches, antisemitisches oder nazistisches Gedankengut prinzipiell abzulehnen".

An dem Treffen, das Vogt nun den Job kosten könnte, haben mehrere deutsche Parteien teilgenommen: neben NPD, DVU und "Republikanern" auch Vertreter von "Pro NRW" (konkret: Markus Beisicht und Markus Wiener). Das Treffen stieß selbst in der Rechts-Postille JUNGE FREIHEIT auf massive Kritik – wegen der "Beteiligung von NPD und DVU". Denn die NPD sehe sich "in der Tradition des Nationalsozialismus und des Dritten Reiches". Auch der stellvertretende "Republikaner"-Boss Johann Gärtner betont heute:

Ich war geschockt, auf Leute wie Udo Voigt und Holger Apfel von der NPD zu treffen. Mit denen wollen wir nichts zu tun haben.

Immer mehr
(halbgare) Distanzierungen vom Straßburger Treffen: Nur "Pro NRW" schweigt bis dato. Kein Wunder, fühlte sich die "PRO"-Bewegung doch massiv aufgewertet durch ihre Teilnahme.

Quelle: www.npd.de

Der Fairness halber wollen wir aber feststellen: Nicht nur die Vertreter von NPD, DVU und "Pro NRW", nein, auch diejenigen der "Republikaner" unterschrieben seinerzeit einhellig die Erklärung "Gemeinsam für ein Europa der Vaterländer". Und Harald Neubauer, einst Biedermannis und Beisichts Idol, berichtet, dass in Straßburg eine "ebenso sachliche wie freimütige Aussprache über Situation und Zukunftschancen der deutschen Rechten" stattgefunden habe. So weit zum Schock der "Republikaner"...

Die deutschen Rechtsdraußenparteien – bei aller Konkurrenz sind sie dann doch vor allem Eines: Fleisch vom selben Fleische.


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5.11.07

DER GROßE VORSITZENDE

Da strahlt er wieder: Biedermanni Rouhs, im Amt des Bundesvorsitzenden der "Bürgerbewegung Pro Deutschland" bestätigt. Ihm zur Seite sitzen: Ein Antisemit, ein Möchtergern-Bademeister, der Vater von REPI und – Regina Wilden

Zuletzt musste er leiden: Damit er bei "Pro NRW" mitspielen durfte, sollte Biedermanni zu Kreuze kriechen. Ja, so nickte er ab, "Pro NRW" (Vorsitz: Markus Beisicht) sei wichtiger als "Pro Deutschland" (Vorsitz: Biedermanni). Mitunter wurde er an den Katzentisch verbannt. Seine Leistungen beim Aufbau der "Pro"-Bewegung wurden offensiv herabgewürdigt. Kurz: Biedermanni spielte nicht mehr annähernd die Rolle, die er zu spielen wünscht.

Doch noch ist sein Steckenpferd ja nicht tot, vielmehr hebt "Pro Deutschland" Biedermannis Laune: "Pro Deutschland" könne nun einen "Qualitätssprung" verzeichnen, lesen wir bei "Pro Deutschland". Grund dafür sei die "zweite ordentliche Bundesversammlung", auf der ein grandioser Erfolg zu verzeichnen war: "Im neuen Vorstand sind vier kommunale Mandatsträger aus drei Bundesländern vertreten...". Biedermanni jubiliert obdessen:

"... pro Deutschland dient mit zunehmend sichtbarem Erfolg der Vernetzung zukunftsorientierter, demokratischer Nonkonformisten, die in ihren jeweiligen Regionen bei Wahlen erfolgreich sind."

Und wer ist und bleibt der Boss von "Pro Deutschland"? Na, niemand anderes als Manfred "Biedermanni" Rouhs. Gleichwohl (vier Mandatsträger hin, vier Mandatsträger her) wirkt "Pro Deutschland" auch weiterhin eher wie eine Dame ohne Unterleib. Denn aus den Reihen von "Pro Köln" und "Pro NRW" war neben Biedermanni offenbar nur Regina "Ratsdame" Wilden anwesend.

Auch sie wurde in den Bundesvorstand gewählt. Damit kennen wir auch schon die erste Hälfte der vier Mandatsträger: Biedermanni und Wilden. Wer sind die anderen beiden? Der
Möchtegern-Bademeister Lars Seidensticker und Alfred Dagenbach, als Republikaner in den Rat der Stadt Heilbronn gewählt. Dagenbach ist auch Gestalter des Republikaner-Maskottchens REPI:

Das ist REPI. Wann kommt PROdi?

Soweit zur Qualitätsoffensive durch kommunale Mandatsträger. Im Vorstand sitzt nun auch Peter Werner, ein antisemitischer Verschwörungstheoretiker und ehemaliger NPD-Freund. So wurde er 2003 im NPD-Parteiorgan DEUTSCHE STIMME wie folgt zitiert:

Die wahren Herrscher der BRD heißen nicht Kohl oder Schröder, sondern Großkapitalist, Hochzins-Bankier, Börsenhai, Medienmogul und Rothschild.


Sein Ratschlag:

Wir Wähler sollten diese Agenten und Marionetten der Plutokraten in die Wüste schicken. Wenn NPD oder DVU nicht auf der Wählerliste stehen, dann wählen wir den TSV 1860 München statt der CSU oder den ADAC statt der SPD. Alles klar?

Alles klar, klaro! Mittlerweile plädiert Werner dafür, statt ADAC oder NPD doch lieber die "Pro"-Bewegung zu wählen. Werner ist nämlich Frontmann von "Pro München". Im Vorstand von "Pro Deutschland" ist er für den Bereich "Organisation" zuständig. Zudem ist er Biedermannis Stellvertreter. Ihnen zur Seite sitzt nun Christian Perbandt, der ehemalige REPUBLIKANER-Chef in Niedersachsen.

Ein ehemaliger Kamerad
schreibt über ihn, Perbandt sei "ein Gescheitert[r]", der "am extremistischen Rand" stehe. Mitunter distanziert sich Perbandt immerhin von Stiefelfaschisten, wenn auch lau. Tolles Team, Biedermanni!

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1.11.07

KAMERADINNEN UND KAMERADINNEN, ISS'EN ARMUTSZEUGNIS!

Wenn Sie glauben, Biedermanni Rouhs sei ein schlechter Redner und seine bizarre Tarnung (Anzug statt Fleckenjacke) ein bisserl zu einfach als bizarre Tarnung zu erkennen, dann wissen Sie nicht, wer und was sich ansonsten so in der rechtsextremen Szene tummelt. Biedermanni ist vergleichsweise klug und wortgewandt, wie das folgende Filmchen belegt. Es zeigt Silvio Reinhold Kruk, den "Bundesvorsitzenden" der "National-Sozialistischen Bewegung Deutschland"
(NBO). Was auch immer Kruk uns sagen will (offenbar gibt es Probleme "wegen einem Labskausessen"), schauen Sie es sich an!

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31.10.07

BIEDERMANNI TOBT SCHON WIEDER!


Das sieht man bei PROs nicht gerne: Schon wieder ein längerer Artikel im STADTANZEIGER, der sich kritisch mit der "PRO"-Bewegung, ihrem Personal, ihrem Populismus auseinander setzt. Biedermanni ist nicht amüsiert. Man merkt ihm an: das schmerzt! Und das schreibt Biedermanni, der möchtegern-süffisante Sülzer von Sülz:

Der Neven-DuMont-Schreiber fürs Grobe, Detlef Schmalenberg, beschäftigt sich heute in einem groß aufgemachten - angeblich gut recherchierten - Hintergrundbericht ausführlich mit den politischen Aktivitäten von pro NRW auf Landesebene. Offensichtlich aufgeschreckt durch die außerordentlich erfolgreich angelaufene Anti-Islamisierungskampagne von pro NRW soll nun der politische Mitbewerber - kaum in der Landespolitik angekommen - schon einmal kräftig diffamiert bzw. stigmatisiert werden.

Pardon, aber: Der Artikel ist (in aller Bescheidenheit: ich kann es beurteilen!) ziemlich gut recherchiert. Redakteur Detlef Schmalenberg hat sich sogar den zweifelhaften Genuss eines Telefonats mit Andreas Akwara gegönnt. Zu Wort kommen lässt er auch den Politologen Christoph Butterwegge:

„Der Erfolg hängt schließlich davon ab, ob man die Bürger in Angst und Schrecken versetzen kann“, so Butterwegge. Die etablierten Parteien würden zu defensiv mit diesem Phänomen umgehen.


Ja, so ist das. Zumindest bis dato.

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21.10.07

DIE WELT ERINNERT AN BIEDERMANNIS NPD-VERGANGENHEIT

Zwar soll die "Pro"-Partei nun nimmer mehr über "Pro Deutschland" (Vorsitz: Biedermanni), sondern über "Pro NRW" (Vorsitz: Markus Beisicht) aufgebaut werden. Doch "Pro Deutschland" ist damit keineswegs beerdigt. Die WELT berichtet:
Protest von Rechts gegen Islam-Projekt
Das Bauvorhaben des Vereins Inssan in Charlottenburg findet zwar breite Unterstützung in Bezirksamt und zahlreichen anderen Einrichtungen. Doch eine Initiative "Pro Deutschland" ruft auf Flugblättern dazu auf, eine Petition gegen das Vorhaben zu unterzeichnen.
Was heißt das konkret? Nun:
Eine Initiative „Pro Deutschland“ macht sich auf dem Wochenmarkt am Mierendorffplatz stark gegen den Moscheebau. Pro Deutschland steht dem Verein „Pro Köln“ nahe, dessen Vorsitzender Manfred Rouhs ein ehemaliger NPD-Politiker ist.
Nun ja: Biedermanni ist zwar Vorsitzender von "Pro Deutschland", aber nicht von "Pro Köln". Ein "ehemaliger NPD-Politiker" ist er allemal. Weiter im WELT-Text:
Die Initiative verteilt Flugblätter auf dem Wochenmarkt und ruft Charlottenburger auf, eine Petition gegen das Vorhaben zu unterschreiben. Nach Angaben des Berliner Verfassungsschutzes ist Pro Deutschland in Berlin bislang nicht aktiv gewesen.
Geht der Konkurrenz-Kampf um die Vorherrschaft in der "Pro"-Bewegung also weiter? Will Biedermanni dem Beisicht weiterhin die Krone entreißen?

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17.10.07

UMFRAGE: JEDER DRITTE SIEHT GUTES IM VIERTEN REICH

Wird "Pro NRW" die 30-Prozenthürde also doch überwinden... nee, Moment, Tippfehler! Korrekt wiedergegeben, lautet das Umfrageergebnis:



Positiv bewertet werden der Bau der Autobahnen und die Förderung der Familie. Hätte Biedermanni, 1925 statt 1965 geboren, eine holde blonde Maid abbekommen, mit Unterstützung von ganz oben? Hätte er seine Tage gar als Zuchthengst im Lebensborn verbracht? Oder - nicht alles war gut beim Hitler! - wäre Beisicht im Euthanasieprogramm gelandet? Zu solch existenziellen Themen werden wird der Deutsche selbstredend nicht befragt.

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16.10.07

WENN BIEDERMANNI ZITIERT...

... kann dabei natürlich nur eines heraus kommen: die halbe Wahrheit. O-Ton Biedermanni:

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Wolfgang Huber, hat kritische Fragen zu Moscheebauten in Deutschland gestellt. Die Massenmedien zitieren ihn diesbezüglich mit dem Satz: „Die Frage muß erlaubt sein, inwieweit es sich dabei um die legitime Befriedigung religiöser Bedürfnisse handelt oder ob weitergehende Machtansprüche damit verbunden sind.“

Bischof Huber jedoch sagte (was Biedermanni beschwiegt) noch ein Bisserl mehr:

"Wir selbst können unser Verständnis von Freiheit nicht davon abhängig machen, ob sie in anderen Ländern gewährt wird oder nicht." Das schließe natürlich auch den Bau von Moscheen hierzulande ein. "Es ist doch besser, Muslime bewegen sich in ihren Moscheen als in irgendwelchen Hinterhöfen", meinte der Bischof.

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14.10.07

MANNIS SECHSTE PARTEI

Was nur noch die Wenigsten wissen: Jungmanni Rouhs liebäugelte zeitweilig auch mit dem Bund freier Bürger sowie der Deutschen Volksunion

Wenn es darum geht, Biedermanni Rouhs' Parteikarriere(n) zu beschreiben, so werden in aller Regel genannt:

  1. die CDU (er begann als Mitglied der Jungen Union)
  2. die NPD (Manni war Landesvorsitzender der Jungen Nationaldemokraten)
  3. die Republikaner (für die er Anfang der 1990er-Jahre in den Rat der Stadt Köln gewählt wurde)
  4. die Republikaner-Abspaltung Deutsche Liga für Volk und Heimat
  5. die "Pro"-Bewegung, sprich "Pro Köln", "Pro NRW", "Pro Deutschland"

Fünf Parteien - war's das schon? Nicht ganz: 1994 flirtete Biedermanni mit dem Bund Freier Bürger, einer Rechts-Partei, die von dem ehemaligen FDP-Politiker Manfred Brunner gegründet worden war. Der SPIEGEL berichtete am 17. Januar 1994 unter der Überschrift "REP light":





Wenige Monate zuvor hatte er noch von einem Bündnis aus Republikanern und Deutscher Volksunion geträumt. Der SPIEGEL vom 27.9.1993:



Sage niemand, unser Manni besäße keine Tugenden. Seine Flexibiltät zumindest ist nachgerade sprichwörtlich.

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12.10.07

DOPPELT BELLT BESSER

Dieter Danielzick (rechts) ist Vize-Vorsitzender von "Pro NRW" – und zugleich Generalsekretär einer Paranoiden-Partei. Letztere warnt vor einer Verschwörung von Juden, Angela Merkel, Freimaurern und Kommunisten

Sein bester Freund ist ein
Schäferhund namens Jeff. Er firmiert als "Generalsekretär" der Partei "Bündnis für Deutschland", einer obskuren rechtsextremen Sekte. Er übt gleich drei Berufe aus, ist "Gastwirt, Immobilienmakler und Politiker". Er heißt Dieter Danielzick.

Moment: Dieter Danielzick? Heißt so nicht auch ein Vorstandsvize von "Pro NRW"? Durchaus:




Schauen wir uns die Homepage von Dieter Danielzicks Erstpartei einmal genauer an. Interessant ist vor allem, welche Bücher von "Bündnis für Deutschland" vertrieben werden. Eines heißt: "Wem dient Merkel wirklich?" Und die Artikelüberschriften lassen keinen Zweifel daran, wessen Dienerin Frau Merkel nach Ansicht des Buchautoren ist: "Mit David Rockefeller in der Sauna", "Israel als Staatsräson", "Die Reise nach Jerusalem", "Deckname 'Shalom'".

Zudem wird der Bundeskanzlerin unterstellt, sie sei Marxistin-Leninistin.
Da ist sie wieder, die gute alte jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung, gegen die schon Hitler ankämpfte...




Juden, Bolschewisten
– da fehlt doch noch eine Bevölkerungsgruppe, um die zünftige Verschwörungstheorie zu komplettieren. Richtig: die Freimaurer! Und drum trägt ein anderes Buch den Titel "Freimauersignale in der Presse". Im Klappentext lesen wir:


Ungefähr neun Zehntel aller geheimen Nachrichten und Befehle der Synagoge Satans [=Freimaurer] werden über die Massenmedien, hauptsächlich durch Signalphotos in der Presse, weitergegeben.

Wie geht das von statten? So:

Um die Kunde von ihrer [Freimaurer-]Logen-Mitgliedschaft, aber auch anderweitige geheime Botschaften nicht gar zu auffallend zu plazieren, haben sich die "Brüder" eine ganze Palette von harmlos wirkenden Hand- und Blickgesten einfallen lassen. Nur wer diese Geheimsignale kennt und sorgfältig beachtet, wird aus der Zeitung erfahren, was in Politik, Wirtschaft, Kultur und sogar im Sport (!) wirklich gespielt wird.

Sie wollen wissen, was wirklich gespielt wird? Dann beachten Sie bitte die folgenden "Geheimzeichen":

An ihren Geheimzeichen sollt ihr sie erkennen: Helmut Haussmann, Klaus Kinkel (beide FDP), Bill Clinton (USA)

Ach ja, nachdem wir erfahren haben, dass die Bundeskanzlerin dem Juden zu Willen ist, dass die Freimaurer (alias "Synagoge Satans") geheime Zeichen in Tageszeitungen platzieren, können wir uns nun dem Buch eines gewissen Dieter Danielzick zuwenden. Das wird natürlich ebenfalls auf der "Bündnis für Deutschland"-Homepage vertrieben:



Und worum geht's? Darum:
Dieter Danielzick hat am eigenen leibe erfahren, dass die politische Landschaft in Deutschland und seine Demokratie " wahre" Meinungsfreiheit nicht dulden.

Nun, als Spitzenfunktionär gleich zweier Rechtsdraußenparteien wird Dieter Danielzick Deutschlands Demokratie sicher bald erneuern.

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11.10.07

WILDENS WAHLHELFER

Teil sieben der Reihe O-Ton Regina

Ach ja, die Distanzierung vom Dritten Reich: sie will nicht immer gelingen. Eva "Braun" Herman wurde deswegen neulich aus der Talkshow KERNER geschmissen: sie hatte die Familienpoltik der Nazis gelobt, wollte sich von diesen Aussagen bei Kerner nicht distanzieren.





"Pro Köln"-Rats"dame" Regina W. ist über den Rauswurf begeistert,
ruft: "Nur weiter so!" Denn:

Das bringt Wählerstimmen für die Rechten. Leute wie Kerner & Co. sind unsere besten Wahlhelfer.
Potenzielle "Pro"-Wähler sind also Menschen, die verärgert sind. Verärgert darüber, dass Dumpfbacken, die den Nationalsozialismus loben, aus Talkshows geschmissen werden. Schluß mit der Distanzierung vom Dritten Reich! Menschen, die auf Grund ihrer Verärgerung dann die "Pro"-Bewegung wählen. Meint zumindest Regina W., die sich bekanntlich mit Eva Herman solidarisiert. Wilden:

Meine Wertschätzung hast Du, liebe Eva. Wir brauchen Frauen wie Dich.
Wie gesagt: Die Distanzierung vom Dritten Reich - sie will nicht immer gelingen. Weil manch eine zu nah dabei steht, um sich glaubhaft zu distanzieren.


Nachtrag: Ach, schau einmal an...



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DIENSTAG IST NPD-TAG

Ärgerlich: Wieder einmal reisten "Pro"-Funktionäre zum geplanten Vortrag eines NPD-Spitzenmanns. Wieder einmal wurden die Rechtsdraußen vom Wirt vor die Tür gesetzt

Erneut sollen Funktionäre der "Pro"-Bewegung an einem "Dienstagsgespräch" teilgenommen haben, bei dem ein hoher NPD-Funktionär referieren wollte. Nach Angaben der links stehenden Initiative "Kein Bock auf Pro Köln" sollte der NPD-Spitzenkandidat für die niedersächsische Landtagswahl, Andreas Molau, am 9. Oktober über die "jüngsten Hintergründe" einer angeblichen "Verweigerung der Versammlungsfreiheit" berichten. Der Wirt der Dormagener Gaststätte Hotel Höttche habe jedoch, so "Kein Bock auf pro Köln", das Treffen sofort abgesagt, nachdem er über dessen rechtsextremen Hintergrund informiert worden sei.


Andreas Molau? NPD-Reporterin Olivia Jones über den Walkampfauftakt der niedersächsischen NPD, inklusive Interviews mit den "Dienstagsgespräch"-Referenten Molau und Holger Apfel (alles sehr komisch!)

Nach Angaben von "Kein Bock auf pro Köln" hätten die Rechtsdraußen einen alternativen Veranstaltungsort aufgesucht, seien jedoch auch dort schnell vor die Tür gesetzt worden. Laut dieser Darstellung nahmen an dem Kurz-Treffen gleich mehrere "Pro"-Kader teil, so der stellvertretende "Pro NRW"-Vorsitzende Daniel Schöppe und der "Pro Köln"-Bezirksvertreter Heinz Kurt Täubner.

Vergebliche Anreise zum NPD-Vortrag: "Pro"-Kader Schöppe und Täubner


Bereits am 11. September hatten "Pro Köln"- und "Pro NRW"-Vorsitzende Markus Beisicht und einige seiner Vorstands-Kameraden an einem "Dienstagsgespräch" mit dem stellvertrenden NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel teilgenommen, wie Beisicht im Nachhinein bestätigte.

11. September 2007: Daniel Schöppe und "Dienstagsgespräch"-Organisator Hans Ulrich Pieper

Zudem zählen "Pro NRW" und NPD zu jenen Parteien, die am 25. September in Straßburg eine gemeinsame Kooperations-Erklärung ("Gemeinsam für ein Europa der Vaterländer")
unterschrieben.

Die Straßburger Erklärung wurde selbst in der Rechtsdraußen-Postille JUNGE FREIHEIT
kritisiert, da die NPD sich "in der Tradition des Nationalsozialismus und des Dritten Reiches" sehe. Zufälligerweise war der 25. September ebenfalls ein Dienstag.


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3.10.07

FREIHEIT IST IMMER DIE FREIHEIT DES ANDERSDENKENDEN

Neue Fakten über das "Dienstagsgespräch" zwischen "Pro NRW"-Spitzen und dem NPD-Vize-Bundesvorsitzendem Holger Apfel berichtet heute der STADTANZEIGER. Gegenüber der Lokalzeitung bestätigt "Pro NRW"-Boss Markus Beisicht seine Teilnahme an besagtem Treffen, das am 11. September stattfand. Natürlich hat der Jurist eine brillante Erklärung parat, warum er vor Ort war; laut STADTANZEIGER diese:

Nach eigener Aussage ist Pro-Köln-Chef Beisicht bei der Veranstaltung nur deshalb gewesen, weil er [Organisator] Hans-Ulrich Pieper anwaltlich vertrete. Zu dem Treffen sei er nur gekommen, weil der Bayer-Konzern dem Zirkel kurzfristig Hausverbot erteilt habe.

Schon klar, Pieper ruft also Beisicht an und spricht: "Hallo Markus, ich mache da diese Veranstaltung mit Holger Apfel. Doch der Wirt bereitet uns Probleme."

Und Beisicht fragt: "Holger Apfel, der stellvertretende NPD-Vorsitzende? Der Holocaust-Verharmloser?"

Pieper: "Genau, Holger Apfel halt."

Beisicht: "Sei's drum. Sofort eile ich herbei, damit die Veranstaltung mit Apfel stattfinden kann. Zwar lehne ich die extremistischen Positionen dieses Herrn ab. Aber frei nach Voltaire würde ich jederzeit mein Leben dafür hergeben, damit er sie frei und offen äußern kann. Deine Zustimmung voraus gesetzt, bringe ich noch ein paar politische Freunde mit, die mich bei der Erfüllung meiner anwaltlichen Pflichten unterstützen."

Klar, das ist völlig plausibel. Dank Beisichts Intervention konnte Apfel dann reden, auch wenn, so zumindest die Darstellung des STADTANZEIGERS, die Rechtsdraußen-Versammlung nach Dormagen ausweichen musste. Und was sagt Beisicht über die "Dienstagsgespräche"? Nun:

Die „Dienstagsgespräche“ bezeichnete Beisicht als „eigentlich seriösen Kreis“, bei dem jüngst auch CDU-Politiker Rudi Pawelka und andere Vertreter aus Politik und Wirtschaft gesprochen hätten. „Bei interessanten Referenten“ besuchten auch Pro-Köln-Vertreter die Gesprächsrunde. Pro Köln bekenne sich zum Grundgesetz, inhaltlich gebe es „völlige Gegensätze zur NPD“.


Zu den "völligen Gegensätzen" zwischen "Pro NRW" und NPD siehe auch:
  • ROUHS' REVOLUTIONÄRE. Wie nahe stand der "Pro Köln"-Ratsherr dem rechten Flügel der rechtsextremen NPD?

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2.10.07

KLARE KANTE?!

Die "Pro"-Bewegung - es gibt sie auch in Hannover. Dort heißt sie, mancher ahnt es schon, "Pro Hannover". "Pro Hannover" hat zumindest ein Mitglied: Christian Perbandt. Der sagte heute seine "Teilnahme an der Kundgebung am 06.10.07 in Salzgitter" ab. Der "Pro Hannover"-Boss, der als Redner vorgesehen war, zog sich zurück, weil "auch ein Vertreter der freien Nationalisten" reden sollte. Gemeint ist Christian Worch, wie wir der Rednerliste entnehmen können. Worch ist eine - wenn auch nicht mehr unumstrittene - Führungsfigur der Stiefelfaschisten. Mit anderen Co-Rednern indes hatte "Pro"-Perbandt offenbar keine Probleme. Darunter sind immerhin solche Gestalten wie die NPD-Funktionäre Hans-Gerd Wiechmann und Matthias Faust. Doch ganz koscher sind die beiden auch nicht: Faust ist offenbar ein enger Spezi vom bösen Worch. Wiechmann verharmlost derweil rechtsextreme Gewalttaten:

Wenn jemand in den Reihen einer nationalen Partei oder Organisation, auf Grund einer politisch motiviert begangenen Tat in der Vergangenheit verurteilt worden ist, so wird das von den Medien immer wieder hochgespielt.


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