3.12.07

DER ANLEITER

Sollten wir uns mit Biedermanni freuen ob der unerwarteten Aufwertung seiner Person? Oder sollte sich unsere Freude eher aus der unfreiwilligen Komik dieses Satzes speisen? Dieses Satzes? Dieses Satzes:

Im Rahmen eines weiteren landesweiten Aktionstages haben am Samstag gut 20 pro-NRW-Aktivisten unter der Leitung des stellvertretenden pro-NRW-Landesvorsitzenden Manfred Rouhs eine groß angelegte Verteilaktion im Herzen von Aachen durchgeführt.

Nun ja: Wenn man die "Pro"-Klientel kennt, wundert man sich nicht, dass sie einen Leiter braucht, wenn es gilt, ein "pro-NRW-Selbstdarstellungsflugblatt" in Aachener Briefkästen zu schmeißen. Ist ja auch ein komplexer Vorgang: Erst muss man sich dem Briefkasten nähern. Ihn sodann aufklappen. Ein Flugblatt reinschieben. Die Klappe loslassen. Und dann?

Dann darf man nicht einfach stehen bleiben vor lauter Freude darüber, all das unter Anleitung hinbekommen zu haben. Sondern muss weiter gehen. Zum
– "Wo isser denn, Herr Rouhs?" – nächsten Briefkasten.

Apropos Briefkasten: Dort fand ich gestern mal wieder eine Email des "Pro NRW"-Vorstandes Andreas Akwara. Er schrieb mir (alle Verstöße gegen die orthographical correctness im Original!):

Unterschätzen Sie allerdings nicht die Intelligenz der Bürger welche UNS nicht unterstützen weil sie in uns "rechtsradikale" sehen (dann könntne sie auch die NPD wählen)", sondern weil sie endlich bürgerliche Interessen vertreten wissen wollen welches aber nicht den Sozialismus hoffähig macht!
Keine Panik, Herr Akwara, ich unterschätze nicht die Intelligenz der Bürger, die Euch nicht unterstützen. Bitte überschätzen Sie im Gegenzug nicht die Intelligenz der Bürger, die "Pro NRW" eben nicht "nicht unterstützen". Gebongt?


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21.10.07

DIE WELT ERINNERT AN BIEDERMANNIS NPD-VERGANGENHEIT

Zwar soll die "Pro"-Partei nun nimmer mehr über "Pro Deutschland" (Vorsitz: Biedermanni), sondern über "Pro NRW" (Vorsitz: Markus Beisicht) aufgebaut werden. Doch "Pro Deutschland" ist damit keineswegs beerdigt. Die WELT berichtet:
Protest von Rechts gegen Islam-Projekt
Das Bauvorhaben des Vereins Inssan in Charlottenburg findet zwar breite Unterstützung in Bezirksamt und zahlreichen anderen Einrichtungen. Doch eine Initiative "Pro Deutschland" ruft auf Flugblättern dazu auf, eine Petition gegen das Vorhaben zu unterzeichnen.
Was heißt das konkret? Nun:
Eine Initiative „Pro Deutschland“ macht sich auf dem Wochenmarkt am Mierendorffplatz stark gegen den Moscheebau. Pro Deutschland steht dem Verein „Pro Köln“ nahe, dessen Vorsitzender Manfred Rouhs ein ehemaliger NPD-Politiker ist.
Nun ja: Biedermanni ist zwar Vorsitzender von "Pro Deutschland", aber nicht von "Pro Köln". Ein "ehemaliger NPD-Politiker" ist er allemal. Weiter im WELT-Text:
Die Initiative verteilt Flugblätter auf dem Wochenmarkt und ruft Charlottenburger auf, eine Petition gegen das Vorhaben zu unterschreiben. Nach Angaben des Berliner Verfassungsschutzes ist Pro Deutschland in Berlin bislang nicht aktiv gewesen.
Geht der Konkurrenz-Kampf um die Vorherrschaft in der "Pro"-Bewegung also weiter? Will Biedermanni dem Beisicht weiterhin die Krone entreißen?

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15.8.07

PRO KÖLN REDET MIT GESPALTENER ZUNGE

Während "Pro Köln" offiziell auf Optmismus setzt ("CDU schwenkt auf pro-Köln-Kurs ein .... Falls eine Handvoll SPD-Ratsmitglieder Zivilcourage an den Tag legt und gegen die Groß-Moschee stimmt, wäre nach dem Umfallen der Kölner CDU ein Abstimmungs-Erfolg gegen die DITIB möglich."), hat Ratsfrau Regina Wilden offenbar aufgegeben. In einem seltenen Anfall von Realismus schreibt Wilden in ihrem Webforum INFOTALK: "Daß ein paar SPD-Stadträte ihre Meinung ändern könnten - da bin ich doch skeptisch."

Wann wird der Rest der Bande sich die eigene Niederlage eingestehen?

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5.7.07

DIE WELT SCHAUT AUF "PRO COLOGNE"

In seinem Bestreben, die Noch-Domstadt Köln in der Wahrnehmung der Menschheit als "die Moscheestadt" zu etablieren, hat Biedermanni einen weiteren Etappensieg errungen. Jetzt berichtet schon die NEW YORK TIMES über den von Biedermanni angeheizten Moscheebau-Konflikt. Was schreibt das Blatt? Unter anderem das:

Wie vorherzusehen war, hat eine extrem rechte lokale Partei eine lärmende, fremdenfeindliche Protestkampagne geführt, wobei sie Unterstützung von ihren weit rechts stehenden Verbündeten in Österreich und Belgien zusammen trommelte. ... Am 16. Juni moblisierte Pro Cologne 200 Menschen zu einer Protestkundgebung gegen die Moschee.

Zweihundertsieben, um exakt zu sein. Doch weiter im Text:

Manfred Rouhs, ein Führer von Pro Cologne, sagte, die Moschee würde die Entwicklung von muslimischen Parallelgesellschaften verfestigen und zur Unterdrückung von Frauen ermutigen, von der er sagte, sie sei im Islam eingebettet. "Das ist kein gesellschaftliches Modell, das irgendeinen Platz hat in der Mitte Europas."


Endlich ist die silence helix durchbrochen! Seht, wie stolz er schaut, der Manni, unser Moscheestadtmacher:



Bleibt nur noch ein Problem: Jetzt hat er endgültig verschissen bei seinen alten Kameraden. Schließlich hat er der "jüdischen" NYT Rede und Antwort gestanden ...



Quelle: Germans Split Over a Mosque and the Role of Islam, nachzulesen hier und hier.

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1.7.07

IRONIE DER GESCHICHTE

Dass Köln bundesweit nicht mehr als die Dom-, sondern als die Moschee-Stadt wahrgenommen wird, das verdanken wir "Pro Köln". Dabei ist noch nicht mal ein Grundstein gelegt worden. Saubere Leistung, Biedermanni!

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20.6.07

MANNI SPIELT DEN HONECKER

Fast hundert Prozent Zustimmung für die Moscheebaugegner! Jedenfalls nach Biedermannis Rechnung...

Biedermanni Rouhs strebt offenbar weiterhin danach, die Moschee-Debatte zu chaotisieren. Unter der Überschrift "Deutliche Mehrheit gegen die Kölner Großmoschee!" verkündet er:

Endlich gibt es ein seriöses Stimmungsbild über die Einstellung der Kölner Bevölkerung zur geplanten Großmoschee im Stadtteil Ehrenfeld.

Soweit, so wahr. Dieses Blog hatte einen halben Tag vor Biedermanni darüber berichtet. Biedermanni weiter:

Das Ergebnis ist eine eindeutige Bestätigung für alle Gegner der Großmoschee: Insgesamt 58,5 Prozent lehnen den gigantischen DITIB-Entwurf mit riesiger Moscheekuppel und zwei 55-Meter Minaretten ab. Und 31,4 Prozent der Bürger sind sogar generell gegen den Bau einer Kölner Zentralmoschee, egal ob nun mit Minaretten oder ohne.

58,5 Prozent plus 31,4 Prozent ist gleich 89,9 Prozent, oder? Gibt es so viele Moscheegegner in Köln? Es sind noch viel mehr, suggeriert Biedermanni:

Interessant ist zudem, daß sich diese Zahlen auf alle Bewohner Kölns beziehen, also sowohl Inn- [sic!] als auch Ausländer! Die Ablehnungsquote der Großmoschee bei der einheimischen Bevölkerung dürfte dementsprechend noch höher sein!

Klingt nach einer Mehrheit auf Honecker-Niveau! Aber: Hat Biedermanni Recht? Nicht ganz. Zu den Fakten:

  • 35,6 Prozent der Befragten wollen eine Moschee in der geplanten Form
  • 27 Prozent stimmen einer Moschee in anderer Form zu.

Macht also 62,6 Prozent, die die Moschee in der einen oder anderen Form befürworten. Grundsätzlich abgelehnt wird der Bau, der eigentlich ein Umbau ist, von 31,4 Prozent. Dieses Zahl hat Biedermanni korrekt wiedergegeben.

Fazit: Eine Mehrheit der Befragten ist grundsätzlich für den Moscheebau. Eine (andere) Mehrheit lehnt den Bau zumindest in der geplanten Form ab. Das – und nicht Biedermannis Gebrabbel! – sollte und wird wohl auch die weitere Gesprächsgrundlage sein. Nenn es Demokratie, Babe!

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MOSCHEEDEBATTE GEHT WEITER...

... aber nicht im Biedermanni-Stil. Willkommen, Vernunft!

Mit Ablauf des Biedermanni-Kasperltheaters [1] gegen "die Großmoschee" scheint der Damm gebrochen zu sein, der unser schönes Köln von einer rationalen Debatte über Islam, Moscheebau und Integration trennte.


Nun wenden sich 21 Autoren, Journalisten und Wissenschaftler beiderlei Geschlechts mit einer Petition [2] an die Öffentlichkeit. Die Unterzeichner solidarisieren sich mit dem Publizisten Ralph Giordano, der nach eigenen Angaben telefonischen Morddrohungen von Islamisten ausgesetzt war, nachdem er sich vehement gegen den Bau der Ehrenfelder Moschee ausgesprochen hatte [3].

Sie kritisieren "Fanatiker" und fordern im Gegenzug die "Unterstützung aller säkularisierten Muslime, die mit Reformen den Weg zu einer Integration frei machen wollen". Der feine Unterschied zu Biedermanni: Die Petition setzt auf Integration. Sie verdammt nicht pauschal den Muslim von nebenan und alle seine Glaubensbrüder und -schwestern. Nicht zuletzt steht sie in der guten Tradition der europäischen Aufklärung [4].

***

Ach ja, heute hat sich auch ein Mann zu Wort gemeldet, der in Köln ähnlich viele Freunde und Anhänger hat wie Biedermanni Rouhs: Joachim Meisner, im Volksmund "dä Kardinal" genannt. Er mahnt zur Wachsamkeit, weil sich sonst "die Scharia immer mehr entfaltet" [5].

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19.6.07

COWBOY LOBT "PRO"-GIRL

Und Biedermanni rechnet PI mal Daumen

Auf viele Erfolgserlebnisse kann Biedermanni nicht blicken. Deswegen gerät er auch schon bei den kleinen Freuden schwer in Wallung. So
auch heute. Dä Manni:

Der größte deutsche Internetblog "politicallyincorrect.de" hat in seiner Berichterstattung zur Kölner Bürgerdemo gegen die Großmoschee in einem aufwühlenden Porträt die Sprecherin der Ehrenfelder Anwohnerinitiative, Marylin Anderegg, vorgestellt.

Wow: "Der größte deutsche Internetblog"?! Well, in den deutschen Blogcharts belegt das Hassblog politically incorrect (PI) den Platz 51. Schlimm genug! Aber: Von der Spitzenposition ist PI damit genau 50 Plätze entfernt.

Nächste Frage: Ist es wenigstens wahr, dass PI die Stammlerin Anderegg vorstellt und lobt? Ja, ist es. Denn PI-Boss Stefan Herre (Foto), ein Schwimmlehrer, hat mal wieder etwas nicht ganz verstanden. Die Anderegg ist (Vorstands-)Mitglied von "Pro Köln", einer Gruppierung, die Herre sonst ausdrücklich kritisiert.

Ist halt kompliziert, das Leben außerhalb des Schwimmbeckens. Was Biedermanni mal wieder zum kleinen Vorteil gereicht. Der – wenn auch nicht mehr! – sei ihm gegönnt.



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15.6.07

BYE-BYE, BIEDERMANNI!

Könnte sein: Samstag fällt sein letzter Vorhang. Könnte sein: niemand klatscht

Er schien sein Lebens-Thema gefunden zu haben. Endlich: Nach all den Jahren voller Irrungen und Wirrungen [1]! Doch am Samstag verschießt Biedermanni Rouhs die letzte Kugel seines Revolvers. Denn: Was soll nach dem gescheiterten Bürgerbegehren [2], dem von vielen als peinlich empfundenen Aktionen auf der Bürger-Anhörung [3] und, schlußendlich, dem sich abzeichnenden Schweigemarsch-Fiasko am Samstag noch kommen? Etwa "Plätzchenbacken gegen die Großmoschee"? Falls ja: das kann Regina Wilden [4] besser.

***

Zur Erinnerung: Biedermanni, der Größttöner, der mittlerweile bundes-, ja europaweit für seinen Aufmarsch wirbt, hat bei der Polizei 200 Teilnehmer angekündigt [5]. In Worten: zweihundert. Biedermannis Kampf gegen die "Großmoschee" ist, so darf man nüchtern feststellen, gescheitert. Und Biedermanni hat nur Eines erreicht: Wer heute Kritik an dem Moschee-Projekt äußert, und sei sie auch plausibel, der wird in die Schmuddelecke gestellt. Wo Biedermanni schon auf ihn wartet.

***



Frage: Besitzt Biedermanni noch einen Funken Ehre, einen letzten Rest an Selbstachtung? Falls ja, so wird er am Samstag Nachmittag seinen Rückzug aus der "Politik" erklären, sein Ratsmandat niederlegen. Unmittelbar nach dem (Ab-)Marsch. Und dann? Mein Rat an Biedermanni lautet: Ich würde es an seiner Stelle mal mit ehrlicher Arbeit probieren. Auch wenn das eine Premiere für ihn wäre [6]...


***


Biedermannis Abgang könnte schmählich ausfallen: Verhöhnt werden wird Biedermanni von tausenden Kölnerinnen und Kölnern. Die Gewerkschaften mobilisieren [7]. Schüler und Studenten werden auf die Straße gehen [8]. (Gewiss: es werden vereinzelt auch ein paar Gestalten gegen Biedermanni demonstrieren, in deren Nähe man lieber nicht gesehen werden möchte. Das wird jedoch die wenigsten Bürger daran hindern, ihren demokratischen Pflichten nachzukommen.)
Verhöhnt werden wird Biedermanni aber auch von den Delegationen seiner Möchtegern-Schwesterparteien FPÖ (Österreich) [9] und Vlaams Belang (Belgien) [10]. Von den mitmarschierenden Stiefelnazis [11] sowieso. Die mögen nämlich keine Weicheier.

***


Übrigens, die "Pro Köln"-Kameraden rechnen Biedermannis Beitrag zum Parteiaufbau mittlerweile klein (ohne Not?). Aus einem Interview [12] mit dem "Pro Köln"-Vorsitzenden Markus Beisicht:

Welche Rolle spielte der pro Köln Fraktionsgeschäftsführer Manfred Rouhs bei der pro Köln Gründung?

Beisicht: Am Anfang lediglich eine rudimentäre. Er leistete aber später als Schatzmeister wertvolle Dienste bei der Finanzierung des Kommunalwahlkampfes im Jahre 2004. Darüber hinaus unterstützt er erfolgreich die Arbeit der Ratsfraktion als deren Geschäftsführer.

***

Ehrliche Arbeit? Das schadet im Zweifelsfall nix, Biedermanni! Alle weiteren Infos erhalten Sie bei der Arbeitsagentur Ihrer Wahl.



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13.6.07

FLOTTE ZUNGE

In gewisser Hinsicht passt HC Strache, Biedermannis "Star"-Redner am kommenden Samstag ("Strache kommt!"), offenbar viel besser in's sinnenfrohe Köln als Biedermanni selbst:



Davon wird Regina Wilden noch ihren Urenkeln erzählen: "Und dann lockte der ach so keusche Manfred Rouhs die Sünde an..."



Die Story "Strache forderte von 17-Jährigem Satisfaktion" gehört übrigens in einen ganz anderen Zusammenhang.

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12.6.07

"PRO KÖLN" AUF CDU-KURS?

Die Fakten: Kölns CDU macht einen Schwenk in Sachen Unterstützung der Ehrenfelder Moschee. Haupttenor eines entsprechenden Positionspapiers: Die Moschee sollte sich optisch in das Stadtbild einfügen. Insbesondere solle sie nicht so groß ausfallen wie geplant [1].

Biedermannis Version der Geschichte: "Großmoschee-Streit: CDU schwenkt auf pro-Köln-Kurs ein!" [2]

Wir erinnern uns: Die "Pro Köln"-Forderung lautete und lautet also nicht: "Gegen die Groß-Moschee". Nein, wir alle haben uns geirrt! Die "Pro Köln"-Forderung lautete schon immer: Die Großmoschee soll sich optisch in das Stadtbild einfügen. [3]

Dafür also gehen sie am Samstag auf die Straße: Für eine schöne Großmoschee, die sich optisch in das Stadtbild einfügt.

Dafür demonstrieren sie: Mit Rechtsextremisten aus Belgien, Österreich und ganz NRW. Und, vielleicht, ein paar versprengten Kölner Normalbürgern.
Und jetzt alle: Die Großmoschee soll sich optisch in das Stadtbild einfügen!

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7.6.07

HANS DAMPF, SCHÖNGESCHRIEBEN

Jetzt hat er's schriftlich: Biedermanni ist ein Gewinner!

Große Ehre für Biedermanni: Er wird in der morgen erscheinenden Ausgabe der Rechtspostille JUNGE FREIHEIT, die BIEDERMANNI VERLIERT bereits jetzt vorliegt, portraitiert!
Die (von vielen als rechtsextrem eingeschätzte) Zeitung macht Biedermanni vor, wie gute Propag..., pardon: gutes Marketing ausschaut: Biedermanni hat sein Bürgerbegehren verloren und abgeharkt? Iwo!
Er hat, so die JF, "auf flinken Beinen mittlerweile (!) sage und schreibe über 23.000 Protestunterschriften gesammelt". Biedermanni auf der Siegerstraße – zumindest in der JUNGEN FREIHEIT.

[Dokumentiert: Artikel "
Hans Dampf von rechts"]


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WILDENS AMOKLAUF GING WEITER

Ein kleiner Nachschlag zur Bürgeranhörung am 29. Mai

Nachdem Regina Wilden im Saale krakelt, randaliert und versucht hatte, das Podium zu stürmen; nachdem die Rats"dame" von einem Securitymann und einer Polizistin aus dem Saal geleitet, respektive: getragen worden war; nachdem die "Pro Köln"-Aktivistin möglicherweise eine Widerstandshandlung gegen die Polizistin begangen hatte; nachdem sie, devot und wie ein Hündchen, um die Rückgabe ihrer cremefarbenen Tasche gebettelt hatte [1] [2] [3] [4]; kurz: nach all dem fast schon ein wenig würdelosen Benehmen machte sie einfach draußen weiter. Diesmal ging es ihrem Parteifreund Markus Wiener an den Kragen, wie diese gestern aufgetauchten Fotos belegen:



Regina Wilden gibt Interviews. Der ebenfalls aus dem Saal geflogene [5] Markus Wiener schaut nicht sehr begeistert. Bitte beachten Sie Wildens rechte Hand!



Platsch! Ohrfeigt Regina Wilden ihren Parteifreund? Oder hält sie ihm den Mund zu? Zustände sind das!



Und was sehen wir auf dem letzten Bild? Die cremefarbene (Hand-)Tasche, um deren Rückgabe Wilden gebettelt hatte. Q.e.d.

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6.6.07

BUMM! DAS WAR DER MANNI...

Falls Sie in Sülz wohnen und heute ein lautes Explosionsgeräusch gehört haben sollten: Keine Panik! Das war bloß Biedermanni Rouhs, der vor Stolz geplatzt ist. Denn:



HC Strache: Nie gehört? Der von Biedermanni Bejubelte ist Vorsitzender ("Bundesobmann") der "Freiheitlichen Partei Österreichs". Respektive des traurigen Überrestes dieser einst recht erfolgreichen Rechtsdraußenpartei, die sich im April 2005 gespalten hat.

Der ehemalige Parteiführer Jörg Haider
– einst Straches Idol – ist jetzt nicht mehr dabei. Und viele andere Alt-Funktionäre wanderten ebenfalls zu Haiders neuem "Bündnis Zukunft Österreich" ab. So war in der FPÖ auf einmal Platz für Leute aus der dritten Reihe; für Leute wie HC Strache, der nun Biedermannis Glückshormonausstoß in bisher ungekannte Höhen treibt.

Aber ist dieser Herr Strache denn wirklich ein Beleg dafür, dass "es sich bei der Demonstration am 16. Juni um keinen (!) ‚Neonazi-Aufzug’ oder Ähnliches handelt"
[1], wie "Pro Köln" nun behauptet?

Eher nicht. Denn laut Beschluss des Oberlandesgerichts Wien darf man von Strache sagen, er weise "eine Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut"
[2] auf. Und außerdem war da auch diese Wehrsportgruppen-Affäre, aus der er sich eher schlecht als recht zog:

Und wenn Sie schon mal schön Video gucken, dann schauen Sie sich doch bitte auch dieses – für Strache äußerst peinliche, gleichwohl seeeeehr amüsante! – Filmli an:

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WIE ÜBERZEUGEND!

Biedermanni Rouhs in Erklärungsnot:




Da wirft ihm also nicht zuletzt: dieses Weblog vor, er hole Neonazis nach Köln. Indem er sie zum Schweigemarsch gegen die Moschee locke. Und wie reagiert Biedermanni? Na, er befragt seine "Pro Köln"-Vorstands-Kollegin
[1] Marylin Anderegg zu diesen Vorwürfen. Und er tut so, als sei sie Sprecherin einer unabhängigen Initiative, könne also "Pro Köln" moralisch entlasten. Geistreich!


***


Und das sagt [2] die Anderegg über die auf Neonazi-Homepages [3] [4] kursierenden Aufrufe zur "Pro Köln"-Demonstration: Diese Aufrufe stammten nicht von "Pro Köln", sondern aus der Feder "anderer Parteien oder irgendwelcher obskurer Politsekten". Sie seien "nicht autorisiert und in keiner Weise mit uns abgesprochen." Zur Bekräftigung folgt eine beliebte Politikerphrase: "Das möchte ich hier mal in aller Deutlichkeit feststellen." Allein das sollte uns schon stutzig machen...

Aber: Distanziert Anderegg sich denn nun von den Neonazis, immerhin vom "Aktionsbüro Westdeutschland"
[5] ("national und sozialistisch"), der Stiefelfaschisten-Homepage "widerstand.info" [6] und der NPD [7]? Sagt die Anderegg den Neonazis klipp und klar: Hey, Ihr seid bei uns nicht willkommen? Selbstredend nicht. Anderegg:

Wir werden jedoch nicht zulassen, daß andere Gruppierungen ... unsere Kundgebung zweckentfremden.

Eine Ausladung schaut anders aus! Stattdessen gilt das Motto: Marschiert in unseren Reihen, Nazis, aber macht uns keine Konkurrenz! Oder, wie es in dem angeblich NICHT von "Pro Köln" stammenden Aufruf [8] heißt:

Parolen und Sprechgesänge sind ... auf der Marschstrecke nicht erwünscht. ... Werbung für politische Parteien (Transparente, Schilder, usw.) werden ... nicht geduldet. Außerdem bitten wir um ein seriöses und bürgernahes Auftreten!

***

Marylin Anderegg (links) im Kreise des "Pro Köln"-Vorstandes

Der Rest ist Verschwörungstheorie. "Es kann", sagt Anderegg, "sich jeder selbst die Frage beantworten, warum und in wessen Auftrag solche Störmanöver [also: all die Naziaufrufe für "Pro Köln"] erfolgen." Na, einer der üblichen Verdächtigen (Mossad, Verfassungsschutz, Altparteien / Altkommunisten?!) wird schon schuldig sein. Genaueres werden wir wohl nie erfahren. Was im Wesen der Verschwörung liegt, Biedermanni also nicht anzulasten ist...


***

Prognose: Demnächst wird Biedermanni uns ein familiäres Leumundszeugnis präsentieren. "Der Manni und Nazis? So'n Quatsch! Mein Manni ist ein gaaanz Lieber. Gezeichnet: Mannis Mutti".


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5.6.07

VON DUISBURG LERNEN

Könnte ein Moscheebau-Beirat den "Pro Köln"-Terror stoppen?

Nachdem auch die überregionalen Medien tagelang über den Kölner Moscheebau-Konflikt (und die Randale von "Pro Köln") berichtet hatten, wollen wir nun mal nüchtern feststellen: Offenbar kann man solche Fragen auch wie zivilisierte Menschen klären. Das ist zumindest in Duisburg-Marxloh gelungen, wie die NRZ Duisburg heute berichtet.

Fazit: Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sind wichtig, um Leuten wie Biedermanni das trübe Wasser abzugraben, in dem sie zu fischen gedenken. Nicht zuletzt haben die Duisburger Moschee-Bauer (DITIB!) einen Beirat gegründet. Der habe, so die NRZ, "viele Steine aus dem Weg geräumt". Das Blatt resümiert: "In diesem Kreis waren von Anfang an Kirchenvertreter, Kommunalpolitiker, die Universität und die VHS, Schulleiter und normale Bürger beteiligt." Ein Modell für Köln?

PS: Biedermanni beklagt sich mal wieder über die Jugendgewalt. Doch er schweigt zur Seniorinnengewalt. Er offenbart erneut eklatante Defizite in punkto Rechtschreibung:


Eine niveau-adäquate Eselsbrücke für Biedermanni: Tuworte tut (!) man nicht groß schreiben.

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4.6.07

NOCH MEHR NEONAZIS FÜR MANNI

Jetzt lässt Biedermanni Rouhs den Demonstrationstermin 16. Juni auch beim Aktionsbüro Westdeutschland bewerben. Zwischen der Kundgebung für "Nationale und soziale Volkswirtschaft statt Globalisierungswahn" und der Demonstration "Gesinnungsparagraphen abschaffen! - Freiheit für alle nationalen politischen Gefangenen!" hat Biedermannis Schweigemarsch noch ein sonniges Plätzchen gefunden.

Das Aktionsbüro Westdeutschland ist laut Eigendarstellung die "Informationsplattform des nationalen Widerstandes in Westdeutschland".
Oder – in Biedermannis Worten: "Wir freuen uns über jede positive Reaktion auf unsere geplante Demonstration gegen Islamismus und die Kölner Großmoschee." Und wenn er "jede positive Reaktion" schreibt, dann meint er auch wirklich jede. Er scheint's ja bitter nötig zu haben...

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3.6.07

AUF NACH EHRENFELD, IHR NAZIS!

Biedermanni kann es nicht lassen: er lockt immer mehr ultrarechte Schlägertypen nach Köln

Na, das wird ja ein fröhliches Stelldichein am übernächsten Samstag: neben dem vom Dienst suspendierten und zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilten Prügel-Polizisten Bart Debie, einem Belgier, sollen auch diverse deutsche Stiefelnazis nach Ehrenfeld kommen. Zum Schweigemarsch "gegen Großmoschee und Islamismus". Allerdings: Die Nazis sollen nicht als solche zu erkennen sein. Jedenfalls, wenn es nach Biedermanni Rouhs geht. Ausdrücklich bittet er seine tiefbrauen Freunde "um ein seriöses und bürgernahes Auftreten".

Sie sollen sich also ausnahmsweise mal ordentlich kleiden*.
All das geht aus einer Einladung hervor, die "Pro Köln" an die "Freie Kameradschafts"-Szene versandt hat; wahrscheinlich in der irrigen Hoffnung, dass die Einladung dort schon dezent behandelt würde. Ein Trugschluss: Die Einladung kursiert im Internet (Screenshot: hier ).

Und deshalb können wir nachlesen, welche (Schweige-)Marschbefehle Biedermanni seinen Ultrachrechten ansonsten gibt:
  • "Parolen und Sprechgesänge sind ... auf der Marschstrecke nicht erwünscht."
  • "Werbung für politische Parteien (Transparente, Schilder, usw.) werden deshalb nicht geduldet."

Nun, Letzteres dürfte sich eher auf die NPD beziehen – und weniger auf "Pro Köln". Die (offiziell deutlich rechts von "Pro Köln" stehende) NPD findet die Demonstration dennoch wichtig. Und ruft ihre Anhänger zur Teilnahme auf: "NPD unterstützt 'Pro Köln'-Demonstration gegen Moscheebau". Biedermanni soll's Recht sein. Denn, so schreibt er:
"Wir freuen uns über jede positive Reaktion auf unsere geplante Demonstration gegen Islamismus und die Kölner Großmoschee. Selbstverständlich freuen wir uns auch über jeden Teilnehmer an der Demo, egal ob aus Köln oder außerhalb. ...In diesem Sinne würden wir uns freuen, am 16. Juni möglichst viele Teilnehmer bei der Demonstration in Köln-Ehrenfeld begrüßen zu dürfen!"
Teilnehmer? Normale Bürger werden wohl eher wenige darunter sein.

* Zur Erinnerung: Warum Biedermanni keine Tarnjacken, sondern Anzug trägt.

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1.6.07

VETTERNWIRTSCHAFT WAR GESTERN


Oder: Wenn die Kasse zwei Mal klingelt

Die Kanzlei des Rechtsanwalts
Markus Beisicht beantragt den Erlass einer einstweiligen Verfügung [1]. Antragstellerin ist "Bürgerbewegung pro Köln e. V., vertreten durch den Vereinsvorsitzenden, Herrn Markus Beisicht."

Zu den beiden Verfahrensbevollmächtigten zählt der Rechtsanwalt
Markus Beisicht. Die Antragstellerin "Pro Köln" behauptet in dem Antrag, sie wolle den Publizisten Ralph Giordano keineswegs töten. Im Wortlaut:
Keinesfalls würde die Antragstellerin [also "Pro Köln"], oder Mitglieder bzw. Vorstandsmitglieder von dieser, den Antragsgegner [Giordano] am liebsten in eine Gaskammer stecken, wenn sie könnte, wie sie wollte. Auch hegt die Antragstellerin keinerlei andersgeartete Absichten, dem Antragsgegner das Leben zu nehmen.

Belege? "Vorlage einer eidesstattlichen Versicherung des Vorsitzenden der Antragstellerin". Der Vorsitzende der Antragstellerin heißt:
Markus Beisicht.

Weiter im Text: "Mit Schreiben ihrer Verfahrensbevollmächtigten [also u.a.
Markus Beisicht] vom 23.05.07 hat die Antragstellerin [Vorsitz: Markus Beisicht] den Antragsgegner abgemahnt und aufgefordert, zur Vermeidung einer gerichtlichen Auseinandersetzung eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung abzugeben."

Gezeichnet: Judith "Wolter, Rechtsanwältin" in der Kanzlei des Markus Beisicht, zugleich Vize-Vorsitzende der "Bürgerbewegung Pro Köln". Und damit Stellvertreterin von –
Markus Beisicht.

Daraufhin nimmt Giordano seine Äußerungen zurück. Was der "Pro Köln"-Vorsitzende
Markus Beisicht wie folgt kommentiert: "Die Reue kam spät und nicht von Herzen. Zudem weigert sich Giordano, die fälligen Anwaltskosten zu bezahlen, so daß der Rechtsstreit wohl seine Fortsetzung finden wird."

Wer will die fälligen Anwaltkosten kassieren, die entstanden, weil "Pro Köln" (Vorsitzender: Markus Beisicht) die Anwaltskanzlei des Markus Beisicht beauftragte? Na, Markus Beisichts Anwaltskanzlei! Und: Wer wird Verfahrensbevollmächtigter der Anwaltskanzlei Markus Beisicht u.a. sein, wenn es gilt, diese Kosten einzutreiben? Puh, schwierige Frage!


Nachtrag von 13:19 Uhr: Nach Angaben von Markus Beisicht telefonierte Giordano heute mit dem "Pro Köln"-Vorsitzenden ("Markus Beisicht"). Giordano sagte demzufolge, er habe seine Vorwürfe gegen "Pro Köln" keineswegs zurückgezogen. Daraufhin erklärte entweder der "Pro Köln"-Vorsitzende Markus Beisicht oder aber der "Pro Köln"-Prozessbevollmächtigte Markus Beisicht: "Diese Klarstellung von Seiten Herrn Giordanos nehmen wir mit Bedauern zur Kenntnis, denn es bedeutet natürlich, daß der Rechtsstreit nun in jedem Fall in vollem Umfang weitergehen wird.“ Es freut sich: die Anwaltskanzlei des Markus Beisicht.

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31.5.07

MIT DEM RÜCKEN ZUM PODIUM



Der STADTANZEIGER irrt: Regina Wildens Ausraster war mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht Teil einer geplanten Inszenierung

Auch die heutige Ausgabe des
STADTANZEIGER thematisiert Regina Wildens Ausraster während der Bürgeranhörung zum Bau der Ehrenfelder Moschee:

Regina Wilden, gewähltes Stadtratsmitglied für „Pro Köln“, erhob sich von ihrem Platz und begann damit, in den Saal zu brüllen. Nicht das Podium bei der Bürgeranhörung zum Moscheebau war der Adressat ihrer Beschimpfungen. Dem hatte sie den Rücken zugedreht. Die „Pro Köln“-Funktionärin beschimpfte die Bürger, deren Vertreterin sie sein will.
Soweit, so plausibel. Dann jedoch ergeht sich das Neven-DuMont-Blatt in Spekulationen:

Ob Wilden angesichts des Bürgerprotestes gegen die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ die Fassung verlor oder ob ihr Ausfall Teil einer vorher geplanten Eskalation der Rechtsextremen war, ist offen. Manches spricht für die zweite Variante, denn das, was folgte, spielte sich wie eine vorbereitete Inszenierung ab. Die Ratsfrau verließ ihren Platz, drängelte sich laut rufend in Richtung Podium, um sich dort mit dem Sicherheitsdienst anzulegen. Als dieser Wilden schließlich aus dem Saal brachte, strahlte die Ratsfrau über das ganze Gesicht.

Nun ja: Sie strahlte eher nicht. Das belegen auch die in diesem Weblog veröffentlichten Bilder. Ich plädiere für Variante eins: Ja, Biedermanni mag eine Inszenierung geplant haben – gerade in Anbetracht der anwesenden Kamerateams. Wilden jedoch fiel aus dem Rahmen. Sie ist halt unberechenbar. Biedermanni hat ein ernsthaftes Problem...



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